Die Terror-Terf schlägt wieder zu

Diesmal aber nicht in ihrem gewohnten Medium (Twitter), sondern die berühmt-berüchtigte Twitter-Queen und Drehbuch-Ideen-Geberin hat einen Roman geschrieben. Na, wenn die sich damit nicht übernommen hat.

Niemand:

Absolut Niemand:

Joanne „K.“ Rowling: *schreibt einen Roman mit einem bösen Transvestiten.

3, 2, 1, Aktion. Ze:tt-Kommentar, Anreißer:

Schon länger wird im Internet debattiert, ob J.K. Rowling transfeindlich ist. Ihr neuer Roman Troubled Blood zumindest unterstützt typische transphobe Klischees.

Kann ja sein. Weil eine Person, die zusätzlich erfunden ist, komplett beweist, dass die ganze Gruppe genau wie diese eine Person ist. Nämlich Mörder:Innen. Und ja, das Thema hatte Rowling schon mal bei Twitter durchs Dorf gejagt, da kann man natürlich drüber diskutieren.

Während man mit ihren Tweets übereinstimmen oder sie als unsensibel bis transfeindlich einstufen kann, zeugt der gerade neu erschienene Roman Troubled Blood der 55-Jährigen  von einer problematischen Sichtweise auf trans* Menschen.

Das ergibt sich natürlich schon aus der Inhaltsangabe:

Im Buch Troubled Blood … geht es um einen neuen Fall der Privatdetektive Cormoran Strike und Robin Ellacott. … in Verdacht gerät der Serienmörder Dennis Creed, der zur selben Zeit in der Gegend sein Unwesen treibt. Und jetzt kommt die „Pointe“: Dieser höchst brutale Serienmörder ist dabei öfters in Frauenkleidern unterwegs

Ja, hätte das mal besser eine Serienmörderin sein sollen, die in Männerkleidern herumläuft. Das wäre viel gendergerechter. Und der Schock am Ende: „Das ist ja eine Frau!“ wäre so viel besser. Dann tut es einem am Ende vielleicht sogar leid um sie?

Die Botschaft von Troubled Blood: Traue niemals einem Mann im Kleid

Die meisten anderen Krimis haben Männer in Hosen als Mörder*Innen, also, wenn Männer sowieso böse sind, warum sollten die in Kleidern plötzlich gut sein? Sind Menschen in Kleidern etwa die besseren Menschen? Hallo?

Einige seiner ausschließlich weiblichen Opfer lockt Mörder Creed, so die Geschichte in Rowlings Roman, in Frauengestalt in seinen Van.

Angenommen, das wäre eine Mörderin, die ihre – meinetwegen ebenfalls ausschließlich weiblichen – Opfer in einen Van lockt, wäre das dann besser? Wenn ja, warum? Wenn nicht, wieso ist dann die Botschaft nicht: „Menschen in Kleidern sind nicht automatisch gute Menschen!“? Wenn man schon eine Botschaft haben will.

Unbeantwortet bleibt die Frage, ob Creed trans ist, ob er Cross Dressing als Leidenschaft betreibt oder als Mittel, um die Frauen in Sicherheit zu wiegen.

Wenn es tatsächlich NICHT die Aussage ist, dass der Mörder transsexuell ist, kann die Aussage nicht sein, dass Transsexuelle Mörder seien.

die Botschaft: Wer die Rechte von trans* Menschen bedingungslos unterstützt, unterstützt damit auch Männer, die eine vermeidliche Transidentität nutzen wollen, um cis Frauen gefährlich zu werden.

(Vermutlich meinen die „vermeintlich“.) Es wäre nicht die Schuld von Transsexuellen und Transvestiten, wenn Cis-Männer sich als Frauen tarnen, um Verbrechen zu gehen. Es wäre noch nicht einmal die Schuld derer, die deren Rechte unterstützen, weil im richtigen Leben ein Verbrecher, der Frauen in seinen Van lockt – anstatt sich auf die Damentoiletten zu schleichen – dafür keine Transsexuellenlobby bräuchte. Man könnte sogar den NRA-Spruch anwenden: „wenn Transvestiten und Transsexuelle illegal wären, sind nur die Verbrecher Männer in Frauenkleidern.“

 „Wenn man die Türen von öffentlichen Toiletten und Umkleiden jedem Mann öffnet, der glaubt oder fühlt, eine Frau zu sein – wie ich bereits sagte, kann man das Gender Confirmation Certificat [Anmerkung der Redaktion: der Name des britischen Dokuments, das eine Änderung des Geschlechts in der Geburtsurkunde ermöglicht] nun ohne Operation und Hormonbehandlung erhalten –, dann öffnest du die Türen für alle Männer, die hineinwollen. Das ist die einfache Wahrheit.“

Tja. Ok, das schreibt sie online, das ist die Masche des Verbrechers. Es ist nicht direkt transfeindlich, sondern gegen zu lockere Vorschriften diesbezüglich. Muss man nicht gut finden, aber ein gewisses Argument ist vorhanden. Persönlich wäre ich auch für lockere Vorschriften, aber wenn alle Menschen so gut wären, dass sie Vorschriften nie zum eigenen Vorteil ausnutzten, wären sie gleichzeitig so gut, dass man gar keine Vorschriften bräuchte.

Was sie dabei aber offenbar vergisst: Wenn man trans* Frauen von diesen Rückzugsorten ausschließt, setzt man sie potenziell genau derselben Gewalt männlicher Täter aus, die Rowling fürchtet.

Also, eine möglichst lockere Haltung, die weder Cis- noch Trans-Frauen schützt, ist besser als eine, die nur Cis-Frauen schützt. Weil Cis-Frauen dafür bestraft werden müssen, keine Trans-Frauen zu sein? Wohingegen Cis-Männer und Trans-Männer zusehen können, wie sie sich gegen Gewalt schützen. Dankeschön!

Ich habe das Buch nicht gelesen. Wer auf richtig harte Terf-Aktion steht, schaue sich bitte stattdessen einen Film an, der einerseits profeministisch ist, weil sich da eine Frau in einem Männerberuf durchsetzen muss, andererseits einen Transsexuellen als Serienmörder hat: „Das Schweigen der Lämmer.“ Mehr Terf geht nicht!

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