Endlich mal wieder die Gendertauschprobe

Nämlich hier.

Frauen, was haltet ihr vom Konzept des Hausmanns?

Antwort:

ich tauche mal kurz ein in diese Utopie, in der ich Kinder habe, Vollzeit arbeite und der Partner sich um den Haushalt kümmert:

Die Macht der Geschlechtertauschprobe, jetzt endlich auch bei jetzt.

Klingt erstmal ganz gut. Bis mir einfällt, dass ich von meinen (dann vorhandenen) Kindern an so einem Tag so ziemlich nichts mitbekomme.

Oh nein, wie schrecklich! Frauen interessieren sich nämlich grundsätzlich mehr für Kinder als Männer, deshalb bekämpfen Feministen klassische Rollenklischees etwa nicht, um Vätern Kontakt mit ihren Kindern zu ermöglichen („Samstag gehört Papi mir!“ – „Schnauze!“), sondern nur, um neue Rollenklischees zu installieren, bei denen Väter noch weniger Kontakt mit Kindern haben.

Würden wir das umkehren wollen? Um eine Antwort zu finden, habe ich eine Umfrage in meinem Bekanntenkreis gestartet. „Ich fände das toll“, sagt eine Freundin. „Vor allem, weil ich mir viel Stress mache, wie ich Arbeit und Familie vereine – das würde bei mir total den Druck rausnehmen.“

Ja – das war vermutlich der Grund für die klassische Arbeitsteilung – der Mann kümmert sich nur um den Beruf, die Frau nur um den Haushalt: spezialisierte Arbeitsteilung ermöglicht beiden Parteien, im jeweiligen Bereich konzentrierter, besser und schneller zu sein.

„Vielleicht bin ich auch ein bisschen egoistisch, wenn ich nicht will, dass mein Mann Hausmann ist, weil ich schon gerne Zeit mit meinen Kindern hätte“, erzählt eine Freundin.

Das ist dieselbe Denke, die diverse Sorgerechtsstreite vergiftet. Also ja, es ist egoistisch. Eventuell noch nicht einmal den Vätern gegenüber.

Aber ganz grundsätzlich – wenn man Rollenklischees überwinden will, aber jedesmal, wenn Frauen mit der neuen Rollenaufteilung nicht zufrieden sind, die alte beibehält, ist das halt egoistisch, aber vom Feminismus als ganzen.

Außerdem erzählen einige, dass sie sich das Hausmann-Modell nur mit einem Partner vorstellen könnten, dem sie in punkto Erziehung komplett vertrauen.

Wohingegen keine Frau auf die Idee käme, man könne ihr gegenüber misstrauisch sein.

„Ich glaube prinzipiell, dass es nie gut ist, wenn einer voll Hausfrau oder Hausmann ist und der andere quasi voll das Leben finanziert“, sagt eine Bekannte.

„der oder die andere“, bitteschön. Aber gut, auch, wenn ich oben die Spezialisierung als Argument gebracht hat, mehr Flexibilität hat auch Vorteile.

Ganz allein verantwortlich zu sein für das Geld, damit fühlen sich einige der Befragten auch nicht wohl.

Ja. Die Leute, die das bisher gemacht haben, hatten immer so eine deutlich kürzere Lebenserwartung, und waren am Ende auch nicht so wirklich glücklich damit. Wohlgefühl geht anders.

Andere finden das Hausmann-Modell genauso altbacken wie das Hausfrau-Modell:

DAS ist ja mal eine moderne Ansicht.

„Ich finde es komisch, dass sich Eltern für die Kinder aufopfern sollen und daheim bleiben müssen, wenn sie auch Selbstverwirklichung im Job sehen“, sagt eine ehemalige Kollegin.

Wenn man sich im Job verwirklicht, sind Kinder vllt. keine gute Idee. Das mit „auch“ im Job verwirklichen mag ja noch angehen, wenn die andere Selbstverwirklichung ein Hobby ist, aber wer Kindererziehung als „Aufopfern“ sieht, macht was falsch. Entweder mit der Erziehung oder soe sollte sich besser direkt sterilisieren lassen.

Die meisten wünschen sich ein Modell, in dem beide alles gleich aufteilen.

Dann sollte man sich Partner suchen, die ungefähr dasselbe verdienen, woll?

Ihr seht: Wir machen uns zu dem Thema ziemlich viele Gedanken und kommen trotzdem nicht zu einer deutlichen Antwort.

Hmm, ich erwähnte es vllt. schon, aber Gruppen wie „Frauen“ sind keine Einheit. Unterschiedliche Frauen können unterschiedliche Meinungen haben. Deshalb geht die ganze Rubrik von völlig falschen Voraussetzungen aus.

Was wir alle wollen, ist eine Beziehung auf Augenhöhe – auf allen Ebenen. Wir wollen nicht unbezahlte Care-Arbeit leisten und nicht diejenigen sein, die irgendwie am Ende doch alle Termine und Geburtstagsgeschenke im Blick haben, egal, ob wir arbeiten oder nicht.

Ähhhh, angenommen, der Vater Eurer Kinder würde tatsächlich mehr Stunden pro Woche mit ihnen verbringen als Ihr, würdet Ihr ihn dafür bezahlen? Wenn ja, wie viel? Wenn nicht, warum sollte es Euch umgekehrt anders gehen?

Klar ist: Jedes Paar muss für sich entscheiden, wie es sich Haushalt, Geld verdienen und die Erziehung von Kindern aufteilen will – und aufteilen kann.

Dann kann es Euch doch egal sein.

Teilzeit sollte in viel mehr Jobs möglich werden, auch in denen, in denen das angeblich gerade nicht geht.

Da kommt das Spezialisierungsargument ins Spiel – prinzipiell könnte jede Vollzeitstelle in zwei Teilzeitstellen aufgeteilt werden, aber das wäre nicht im Interesse der Arbeitgeber, weil die lieber eine/n Angestellte/n hätten, die/der schnell Erfahrung sammelt, als zwei, die das langsam tun.

Deswegen: Wenn ihr Hausmann sein wollt, das finanziell klappt und eure Partnerin voll arbeiten möchte – wir stehen euch da nicht im Weg.

Ihr seid mir in der Frage eh‘ egal.

Ein Gedanke zu “Endlich mal wieder die Gendertauschprobe

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