Die allumfassende Alternativlosigkeit der Anti-Baby-Pille

Weeeeil: die hier.

„Die Pille wurde von Männern entwickelt – und sorry, Leute, das merkt man“

Jaaa, kein einziges Medikament und keine einzige Therapie, die eine nachweisbare Wirkung haben, kommen ohne Nebenwirkungen aus. Aber wenn ein Medikament exakt für Frauen entwickelt wurde, ist das bestimmt frauenfeindlich.

Die Pille bedeutete in den 60er Jahre eine Revolution für Frauen auf der ganzen Welt

Ja, endlich Frauen, die keine Angst vor Schwangerschaften haben, und bei denen man keine Kondome brauchte, und man musste die Begleitung vom Schulabschlussball nicht direkt heiraten. Ruhm und Ehre dem Patriarchat, dessen Werk dies ist. Leider wurde später von sexnegativen Reptiloiden HIV erfunden, so dass Kondome doch wieder erforderlich wurden.

Aber, das macht Kebekus direkt im Anschluss deutlich: Die Medikation hat für Frauen einige Nachteile.

Wie Chemotherapie? Und Aspirin? Und Autos? Und Computer? Und alles eigentlich? Nebenbei, Hormonpräperate haben auch Nachteile für die Umwelt, weil Klärwerke das Östrogen nicht entfernen – aber Frauen sind natürlich wichtiger als Frösche.

Besorgniserregend seien die vielen Nebenwirkungen des Verhütungsmittels wie Erbrechen, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Embolien oder auch ein erhöhtes Thrombose-Risiko.

Naja, Schwangerschaften haben dieselben Nebenwirkungen. Das ist tatsächlich nicht ganz unlogisch, da die Pille den Eierstöcken eine akute Schwangerschaft vorgaukelt, damit die mit den Eisprüngen aufhören.

Das Problem sei, so die Komikerin, dass die Pille seit Jahrzehnten kaum verändert wurde.

So ein paar Keimdrüsen sind ja nicht sehr schlau oder lernfähig – wenn man einmal raus hat, wie man die austrickst, kann man das ewig durchziehen. Man benutzt bei Brillen ja auch dieselben Gesetze der Optik wie immer. Aber immerhin gibt’s die Minipille.

„Heute haben wir fucking Smartphones, aber Frauen schlucken immer noch den ‚Commodore64‘ der Verhütung“, sagte sie in Anspielung auf die Entwicklung des Computers, die in den vergangenen Jahren schnell vorangetrieben wurde.

Och Stern, nicht den Witz erklären. Der war weder so schlecht noch so kompliziert, dass man den erklären müsste, aber jetzt ist er leider nicht mehr lustig.

 Schlimmer noch: Die modernen Pillen haben sogar noch mehr Nebenwirkungen als ihre Vorgänger, erklärte Kebekus.

Ja? Warum geht sie dann nicht hin und besteht auf einer alten? Bzw., es müsste ja einen Markt für die geben… Verschwörung!

„Es wird einfach viel zu wenig geforscht, um die Pille besser zu machen“, beklagte sie. „Normalerweise geben Pharmakonzerne 20 Prozent ihres Umsatzes in die Forschung. Bei Verhütungsmitteln sind es lächerliche zwei Prozent“

Antibabypillen, die ein großer Anteil der Bevölkerung regelmäßig verwendet, erzeugen einen viel größeren Umsatz als ein Medikament, gegen eine Krankheit, die die allermeisten Menschen vllt. nie haben. Zwei Prozent des Umsatzes der Antibabypillen ist viel mehr Geld als der GESAMTumsatz mit – kA – Hustensaft?

Das liege daran, dass damit kein Geld verdient werden würde, weil Frauen die Pille wegen mangelnder Alternativen ohnehin trotzdem schlucken würden.

Es gibt erstens unterschiedliche Hersteller von Anti-Baby-Pillen, und deren Wirkung und Nebenwirkungen unterscheiden sich. Es gibt zweitens mehrere alternative Verhütungsmethoden. Drittens sind 2% von einer Mrd. €/a Umsatz mehr als 20% von einer Mio. €/a Umsatz. Hundertmal so viel. Viertens, warum in einem riesigen Markt weniger Geld und Hirnschmalz gesteckt werden sollte als in die Therapie für sehr seltene Krankheiten, muss man mir bitte erklären.

Das Absurde, so Kebekus, sei, dass bereits in den 30er Jahren an einer hormonellen Verhütungsmethode für den Mann geforscht wurde.

Ja, aber weil eine solche Methode nicht gegen Geschlechtskrankheiten wirkt: Kondome schützen!

„Erst vor wenigen Jahren gab es eine ziemlich vielversprechende WHO-Studie dazu“, erklärte sie. Den Männern wurde Testosteron verabreicht – mit guter verhütender Wirkung.

Ja, aber das ist dann trotzdem nicht die Pille für den Mann. Das ist die Spritze für den Mann. Immerhin, nur alle zwei Monate.

Nach zwei Jahren wurde die Studie abgebrochen, weil die Männer über Nebenwirkungen klagten – unter anderem Akne und Stimmungsschwankungen.

Ja, wohingegen die Pille ja gegen Akne hilft. „Stimmungsschwankungen“ sind eine nette Umschreibung für Depressionen. Wenn 10 Prozent aller Männer, die die Antibabyspritze nehmen, depressiv werden, ist das mehr als die Depressionen, die die Antibabypille bei Frauen verursacht. Aber evt. könnte man den Wert bei der Antibabyspritze für den Mann mit mehr Forschung weiter herunterdrücken. Nur, da Männer sich – ohne Hormonpräperate – dreimal öfter umbringen als Frauen sich (und 18x häufiger, als Frauen insgesamt ermordet werden), sind Männer offenbar deutlich anfälliger. Und dass Depressionen bei Frauen häufiger diagnostiziert werden, ist da kein Gegenargument.

Sie zitierte außerdem einen Wissenschaftler, der sagte: „Männer haben nicht unbedingt Interesse daran, Hormone einzunehmen.“ „Ja. Frauen hingegen haben da richtig Bock drauf“

Was ist mit Männern, die Angst vor Spritzen haben? Ok, es gibt sicher einen Markt für Antibabyspritzen bei Männern.

Ihr Appell: Man müsse die Pille besser machen und mehr aufklären

Zum Beispiel über alternative Verhütungsmethoden? Kebekus und ihre Gagschreiber(m/w/d) scheinen keine Ahnung von deren Existenz zu haben. Bzw., wenn das Dummstellen ist, damit der Gag funzt, naja, wenn man sich so tief runterdenken muss, ist der Gag halt dumm. Bzw., die Kritik an der Pharmaindustrie ist dann hinfällig.

„Weil ganz viel hat man uns Frauen einfach nie gesagt“, betonte Kebekus.

Habe den Mut, Dich Deines eigenen Computers zu bedienen. Und ja, man sollte sich nicht per I-Net selbst diagnostizieren, aber Verhütungsmethoden werden doch sehr breit behandelt.

Den Knaller lieferte die Komikerin am Schluss des Beitrages, als sie die Pillenpause und die damit eintretende Blutung erwähnte. Denn die, das ließ sich Kebekus von einer Gynäkologin bestätigen, hat medizinisch überhaupt keinen Sinn.

Jaaaa, bei bento – BENTO! – lese ich, dass die Einnahmepause helfen kann, pilleninduzierte psychische Nebenwirkungen zu erkennen. Also, nur, weil etwas medizinisch keinen Sinn hat, ist es vllt. trotzdem zu etwas gut. Aber, wenn sie doch eine Gynäkologin hat, warum erzählt die ihr nicht von alternativen Verhütungsmethoden?

Warum es die Blutung dann überhaupt gibt? „Weil einer der Erfinder der Pille der katholischen Kirche mit diesen Blutungen so eine Art Natürlichkeit vorgaukeln wollte“, erklärte Kebekus.

Jetzt ist die katholische Kirche einerseits schlauer als Keimdrüsen(m/w/z), und hat das inzwischen durchschaut, andererseits kann das protestantischen, atheistischen, jüdischen, muslimischen und sonstigen Frauen doch eigentlich so oder so wumpe sein. Habe den Mut, Dich Deines eigenen (a)religiösen Vorstandes zu bedienen.

Am Ende profitieren vor allem die Hersteller von Menstruationsprodukten.

Nicht Hersteller(m/w/d/j): HerstellER, denn diese Branche ist fest in Männerhand. Fresst das, Ihr antisexuellen Reptiloide!

„Ich habe 15 Jahre die Pille genommen und die ganze Zeit umsonst geblutet? Ungefähr neun Liter Blut. Umsonst!“, stellte die Komikerin abschließend fest.

Ähm: im Durchschnitt jedes Mal 65 ml Blut mal 15 Jahre @ rd. 365 Tage / durchschnittlich 27 Tage Abstand sind rd. 13.181 ml oder 13 Liter. Nicht 9. Sie hätte ihre Gags von jemanden schreiben lassen sollen, die oder der sich mit Frauen und Mathe auskennt. Wie Anne Nym.

Eine Tatsache, die die wortgewandte Kebekus fassungslos macht.

Ja, ich fasse es auch nicht. Mehr Unfassbares hier.

edit: ganz vergessen: Kebekus, #kebekus, Pille 60 Jahre #stern

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