So geht taz!

Meckern kann ja jeder(m/w/d), also mach ich’s besser.

[satire] Von allem, was die BILD so schreibt, bis zur taz: die Zeitungen geraten in Erklärungsnot. Jedenfalls in D., wo es ihnen gut geht. Manch einer(m/w/d/j) träumt dann von einer Welt ganz ohne Presse. Darüber, wie so etwas aussehen und ob das funktionieren könnte, gibt es nicht nur Diskussionen, sondern viele Länder, wo das schon teilweise umgesetzt ist.

Ich hingegen frage mich: Wenn die Presse abgeschafft wird, der Rechtsstaat jedoch nicht, in welche Branchen kann man Ex-Journalisten dann überhaupt noch einer angemessenen Arbeit zuführen? Erschießen und einsperren geht dann ja nicht.

Wohin also mit den Menschen, die dann keine Jobs mehr haben? Einfach in neue Berufe stecken? Weil das im Strukturwandel so gut funktioniert hat? Fehlanzeige. Aber welche Bereiche der Arbeitswelt wären geeignet?

Irgendwas mit Mathe? Ähh, lieber nicht. Wer Prozent, Promille und Grad verwechselt, ist für mathematische Aufgaben nicht geeignet.

Irgendwas handwerkliches? Besser auch nicht. Journalisten glauben an die Wirkmacht des Wortes.

Irgendwas mit Menschen? Weil Witwenschütteln so eine tolle Sozialkompetenz darstellt? Ich denke, lieber nicht.

Auch der Dienstleistungsbereich sieht schwierig aus. Post ausliefern lassen? Niemals. Zwischen Büchersendung und Schuhbestellung passt immer eine Kolumne.

Alles, was an menschlichen Körpern stattfindet – etwa Tattoos oder Frisuren –, ist ebenfalls zu riskant. Ich würde mir nicht mal eine Pediküre von ihnen geben lassen. Eine Nagelfeile ist eine Waffe. Ok, vllt. nicht so eine gefährliche wie ein Laptop, aber trotzdem. Außerdem mache ich meine Pediküre grundsätzlich selber, aber darum geht es ja nicht.

Keine Baumärkte, Tankstellen oder Kfz-Werkstätten. Sie werden argloser Kundschaft ihre Meinung erzählen.

Technik generell eher nein. Keine Gastronomie wegen Vergiftungsgefahr. Also, mit Wörtern aus dem Giftschrank jetzt. Kein Mensch ist toxisch.

Der Kulturbereich samt Bücherläden und Kinos fällt flach. Dort könnten sie ihr Gedankengut ins Programm hineinkuratieren.

Was ist mit Gartencentern? Hm. Aus Holz macht man Zeitungen, also nein.

Und wenn man sie einfach Keramik bemalen ließe? Nein. Zu naheliegend, dass sie unter der Hand eine Glosse in Tee-Service-Form herstellen und sich mit den Einnahmen das nächste Mediennetzwerk querfinanzieren.

Die Mülldeponie? Wo sie schwere Maschinen bedienen müssten? Man verzeihe mir mein affektiertes Lächeln.

Nein, die einzige Tätigkeit, für die Journalisten geeignet wären, ist die der Polizeieinsatzkräfte. Wenn demnächst der linke und der rechte Arm des Hufeisens aufeinandertreffen, um etwaige Differenzen auf die einzige Art austragen, die eines aufrechten Antidemokraten(m/w/d) würdig ist – oder auch eines blutenden, am Boden kriechenden Antidemokraten(m/w/d), die sollen hier nicht exkludiert werden – nämlich mit brutaler Gewalt, dann werden die Journalisten daneben stehen und Parolen in die Menge werfen, um das Gemetzel zu verhindern. Denn, wenn die Feder mächtiger ist als das Schwert und das moderne Megaphon besser als die altmodische Feder, und das Schwert mächtiger als der Gummiknüppel, dann ist das Megaphon mächtiger als der Gummiknüppel. Und der Wasserwerfer. Und das Tränengas.

Jedenfalls werden einige Parolen in die Menge werfen, während andere die Hufeisentheorie diskutieren und die Fotojournalisten(m/w/d) Fotos machen, je eine Übersicht, eines im Hochformat, und ein gutes, und alle(m/w/d) weiter nichts tun, um zu verhindern, dass die Welt von Antidemokraten überrannt wird. Keine Pointe.[/Satire]

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