taz war’s dann wohl

Schon aus Symmetriegründen hätte ich noch mit einem weiteren Pro-Beitrag gerechnet.

Stattdessen gibt’s das hier.

Also ja, Scheiße, dass ein Minister laut darüber nachdenkt, sich in so ein Verfahren einzumischen, und dann auch noch bei der BILD.

Und ja, so scheiße kann HY gar nicht sein, dass HY dagegen keine Unterstützung verdient, oder Solidarität, oder wenigstens einen eher inhaltsleeren Artikel.

Aber ein bisschen enttäuscht bin ich trotzdem.

Eine gute Nachricht. Echte Männer erstatten keine Anzeige, wenn man sie pauschal als Müll bezeichnet. „Aber Mycroft, die bei den Polizeigewerkschaften sind doch teilweise…“ – „Das sind dann keine WAHREN echte Männer.“ Oder hat ist Anzeige gegen Frau Schick erstattet worden? Siehste.

Und dies.

Ist eher contra HY. Bzw., ich akzeptiere das Autoritätsargument schon ein Stück . HY ist non-binär, übergewichtig und hat einen nicht-europäischen Namen, so dass man HY evt. als nicht-so-ganz-richtig weiß betrachten kann. BPoC ehrenhalber. Jedenfalls, wenn man über Probleme von nicht-binären, übergewichtigen Menschen aus dem Land der WAHREN Arier (Willkommen in der wunderbaren Welt der Arier-Nachweiß-Witze), die die WAHREN BPoC aus reiner Nettigkeit nicht auslachen, berichten will, hat man eine Fachperson. Das Autoritätsargument hört aber auf, wenn die Folgen und Konsequenzen einer Sache diskutiert werden wollen. Drosten hat mehr Ahnung als Reichelt. Nicht nur von Viren, sondern allgemein. Das ist aber erstmal kein Grund, dass Reichelt die politischen, persönlichen oder sonstigen Konsequenzen und Reaktionen nicht diskutieren dürfte, die sich aus Drostens Expertise ergeben. Und das ist auch kein Privileg für Reichelt; WEIL die Coronakrise auch Gesunde und Nicht-Risiko-Gruppe betrifft, dürfen und sollten auch Nicht-Experten(m/w/d) darüber diskutieren. Das Reichelt jetzt eher Quatsch erzählt, ist jetzt zwar blöd, aber erstmal kein Argument für eine Expertokratie.

Und so ist es mit ALLEM. Bzw., wenn es um rein persönliche Probleme geht, ist eine rein persönliche Herangehensweise ok. Jemand hasst meinetwegen Oliven. Soe schreibt einen längeren Rant über Oliven, und warum sie ioi nicht schmecken. Solange weder die Abschaffung von Oliven gefordert wird, noch Oliven-mögende Menschen als schlecht gefrämt werden, ist alles in Ordnung. Und man kann jedes Gegenargument pro Oliven mit: „Aber es geht um MEINE Gefühle und Empfindungen, und die sind SO!“ abtun.

Aber darum geht’s ja nicht. Es sollen ja politische Konsequenzen gezogen werden. Es geht um die Polizei des Landes, dessen Bürger ich bin. Warum sollte nur eine Gruppe von Menschen, die von Polizeigewalt betroffen sein kann, darüber diskutieren? Bzw., wieso sollte man nur über rassistische Polizeigewalt reden, aber nicht über sexistische? Schwulenfeindliche? Antisemitische? Oder wie auch immer man das nennt, wenn man Cannabiskonsumenten dreihundertfreiunddrölfzigmal kontrolliert?

Achja, es gab mal in der taz eine Debatte, als der Müllvergleich nicht nur angedeutet war. Nur zwei Stimmen, aber immerhin symmetrisch.

Ach doch, es gibt noch einen Beitrag bei der taz zum Thema: Die Welt ist doch schwarz-weiß. (Die anderen Beitrag bis dato gehen eigentlich nur auf die Fehler der Polizei ein.)

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