Ich sehe Hautfarben!

Bei Arne bin ich auf dieses schicke catch-22 gestoßen: Sieht man als weißer Mensch keine Hautfarben, sei das ein Zeichen von Rassismus. Also ist es unrassistisch, Hautfarben wahrzunehmen. „A-Bar, Mycroft, wenn Du auf Hautfarben und so achtest, das ist doch eine notwendige Voraussetzung, um Rassist zu werden?“ – „Das heißt Rassist-em-we-de, Du unsensible Stimme im Hinterkopf!“)

Es ist vllt. etwas viel verlangt, Metaphern zu erkennen. Mit „ich sehe keine Hautfarbe“ soll eigentlich gemeint sein: „Ich bewerte keine Hautfarbe“, oder: „Ich ignoriere Hautfarben“, oder auch: „Ich bevorzuge keine Hautfarben“

Das ist jetzt eigentlich nicht rassistisch, aber ich verstehe auch das Gegenargument: „Wer keine Hautfarbe sehen will, will auch keinen Rassismus sehen.“, jedenfalls, wenn es mit Zusätzen kommt wie: „Ob schwarz, weiß oder lila…“. Jetzt ist die Aussage: „Ich sehe nicht…“, und nicht: „Ich will nicht sehen…“, aber es kann natürlich aufs Selbe hinauslaufen, und „schwarz, weiß, oder lila…“ ist möglicherweise ein Zeichen, dass jemand das Thema nicht ernst nimmt.

Der eigentliche und häufigste Grund, warum der Spruch rassistisch sein kann, ist natürlich trivial: Er muss nicht stimmen. Rassisten lügen, vor allem, wenn es um ihren Rassismus geht. Und hier besonders oft – warum?

Wa-heil: Nichts ist so leicht zu fäken wie Blödheit. „Welche Hautfarbe habe ich?“ – „Grün?“

Ergo sehe ich Hautfarben. Und Metaphern sind eh‘ scheiße, näh?

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