Best of Bento

Man muss die Kuh melken, solange sie noch heiß ist. Oder so.

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Zum Glück sagte sein Vater wenigstens nichts von Male-Tears-Bathing.

Als Kind hatte ich Angst vor allem. Gerade vor meinen Mitschülern, denn sie mobbten mich.

Ja, das kenne ich. Ja, das zieht einen runter. Nein, davon wird man nicht automatisch depressiv, aber solche Sprüche sind auch nicht gerade hilfreich. Bis dahin ist das tatsächlich ein hilfreicher Beitrag.

Sind Männer weniger anfällig für psychische Erkrankungen oder werden diese einfach seltener erkannt?

Das kann ja beides der Fall sein. Aber Mädchen kriegen seltener von Ihren Vätern zu hören, sie sollen sich nicht bemitleiden. Also auch noch ok.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehen in der männlichen Sozialisation einen der Gründe dafür, dass die Ausprägungen psychischer Erkrankungen bei Männern schwerer zu erkennen sind.

Ist es evt. auch einfach so, dass Frauen häufiger zum Arzt/Psychiater/etc. gehen? Nur so als Arbeitshypothese?

Der Begriff der „toxischen Männlichkeit“ wird seit ein paar Jahren immer bekannter.

Kein Mensch ist toxisch.

der machtmissbrauchende Chef, der übergriffige Typ auf dem Dancefloor oder der Manspreader in der U-Bahn.

Ja, das sind die schlimmsten. Besonders Manspreaden ist sicher ein Phänomen, was fast so ähnlich wie eine psychische Störung ist, aber die Männer, die diese Störung tatsächlich haben, werden für Mansreader gehalten und deshalb nicht diagnostiziert. Und jetzt kam der Begriff toxische Männlichkeit ursprünglich von einem Mann, der aus falscher Rücksicht nicht zum Arzt ging und darum gestorben ist, wo also wirklich ein Zusammenhang zwischen Sozialisation und Nicht-Diagnose bestand, aber hier wird einfach das „Männer-sind-selber-schuld-und-haben-es-nicht-besser-verdient“-Narrativ bedient.

Die Anforderungen, die aus diesen Rollenvorstellungen entstehen, beeinflussen maßgeblich den Umgang mit Herausforderungen und Problemen. „Die Gesprächskultur über Ängste und Probleme ist unter Männern nicht sehr ausgeprägt“

Ja, ich habe keine Lust mehr, mit dem Autor über meine Ängste und Probleme zu reden. Ergo selbsterfüllendes Narrativ?

Sich Hilfe zu holen gelte laut Schmid-Altringer immer noch als unmännlich, die erhöhte Suizidrate bei Männern spreche eine deutliche Sprache.

Ja, Gewalt gegen Männer geht meistens von Männern aus. Nicht von anderen Männern, aber von Männern. Das geile ist, dass sich manche Frauen darauf tatsächlich was einbilden.

Ich hatte am Anfang wenigstens gelegentlich Dinge angesprochen, die mich bedrückten. Zurück kam entweder Ratlosigkeit oder Ablehnung.

Ja. Ok, liebe Kinder, die Leute in der Schule, die entweder wissen, dass Ihr gemobbt werden, weil sie daneben stehen, oder weil sie das tatsächlich machen, sind offenbar keine Hilfe.

Irgendwann habe ich gar nichts mehr erzählt, was nicht mit Mädchen, Musik oder Drogen zu tun hatte – typisch männlich eben.

Ja, immerhin etwas. Ok, bei ähnlicher Ausgangslage hat sich seine Geschichte anders entwickelt als meine. Ich will mich NICHT darüber lustig machen, und es ist generell gut, dass dergleichen irgendwo angesprochen wird, also auch bei Bento. Aber dann entweder nicht mit so einem Narrativ:

Depression hat kein Geschlecht, psychisch Erkrankte sind nicht schwach. Im Gegenteil: Es benötigt Stärke, sich seinen Schwächen zu stellen.

Heißt im Umkehrschluss: Selbstmörder sind zu schwach gewesen, sich ihren schwächen zu stellen? Oder ist das einfach nur dahergelaberter Quatsch aus einem Poesiebuch oder irgendeinem Film mit irgendeinem Zusammenhang, in dem der Spruch vllt. kein Quatsch war?

Machen wir uns frei von den Erwartungen, die alte Männer an uns junge haben – sie schaden uns nur.

Erwartungen, die alte Frauen an „uns“ haben, sind auch nicht besser. Und die Erwartungen von jungen Frauen erst. Drölfzigtausend Geschichten von geretteten Prinzessinnen haben möglicherweise ähnlich unrealistische Erwartungen zum Thema Liebe erzeugt wie Pornos zum Thema Sex.

Ein neuer Umgang mit den Problemen von Jungen und Männern ist lange überfällig.

Ja, einer, bei dem man übergriffige Chefs, unangenehme Grabscher und meinetwegen breitbeinig sitzende Männer einerseits und depressive, suizidale Männer andererseits nicht irgendwie vermischt.

Und bitte, bitte: Streichen wir „Selbstmitleid“ aus unserem Vokabular.

Wieso? Wenn DU eher Mitleid mit Dir selbst gehabt hättest, hättest Du Dir auch eher geholfen bzw. helfen lassen. Dein Tipp ist eigentlich dasselbe wie das, was Dir Dein Vater gesagt hat: „Kein Selbstmitleid!“

Achja, wo wir beim Thema sind, und was bento irgendwie vergessen hat, weil „neuer Umgang“ ja einfach nur so eine Buchstabenkombination ist:

 

Dafür gibt’s bei bento Links zu anderen Artikeln zum Thema, wo man daran gedacht hat. Ja, super. Ganz, ganz super. yayHey, wie der Klingone das nennt.

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