Rette den Prinzen!

Während die Rettung diverser Prinzessinen durch edle Prinzen oder unauffällige Habenichtse ein derart ewiges Thema ist, dass der halbe Himmel voll mit den zugehörigen Sternbildern hängt – Andromeda, Perseus, der Walfisch, Kassiopeia, Kepheus und das Pegasus – ist die Geschlechtertauschvariante davon deutlich seltener.

Bzw., Geschichten von Frauen, die sich in Gefahr begeben, um Verwandte zu retten – Katniss, Mulan, und die Schöne aus die Schöne und das Biest – gibt es, aber explizit die Rettung des „Love Interestes“? Nun, die gibt es tatsächlich auch. Es ist tatsächlich auch nicht so, dass diese Geschichten irgendwie unromantisch oder langweilig sind. Nur, warum werden die von irgendwelchen Whams geschrieben? Ok, überwiegend von Whams?

Wie auch immer, hier ein paar empowernde Geschichten, die man seinen Töchtern erzählen kann, um Geschlechterklischees zu überwinden. Sagte ich „kann“? Ich meinte MUSS!

  1. Fidelio von Beethoven. Wenn der Meister selbst sich herbeilässt, ein niederes Kunstwerk wie eine Oper zu erschaffen, muss das Thema schon was Wichtiges sein: Frau schleicht sich als Junge verkleidet in ein Gefängnis ein, um ihrem Mann vor seiner politischen Ermordung zu retten.
  2. Luthien aus dem Silmarillion von Tolkien. Nach einer wahren Begebenheit. Der Mensch Beren und die Elbin Luthien sind verliebt, aber ihr Vater hält das für eine blöde Idee – Beren bekommt eine unlösbare Aufgabe gestellt, aber Luthien hilft ihm, so dass er die Aufgabe erfüllen überleben kann. Bei sehr technischer Auslegung hat er die Aufgabe auch erfüllt, weil er einen Silmarill in der Hand hat – leider stecken Hand und Silmarill im Magen eines Werwolfes. „Kann ich die Hand Eurer Tochter aber jetzt trotzdem…“
  3. Prinzessin Leia aus Star Wars: die Rückkehr der Jedi-Ritter. Ok, sie ist nicht allein dabei, Han aus dem Carbonit zu befreien, aber immerhin. Er ist ihr Love Interest. Und selbst wenn nicht, weil er sie auch mal gerettet hat, ist das immerhin fair.
  4. Rose aus Titanic. Springt zurück aufs Schiff, um ihr Love-Interest zu retten, was mutig und liebevoll ist, und die Szene, wo sie durch den Gang watet, ist auch toll gemacht. Leider stirbt er am Ende trotzdem, weil er ihr die Planke überlässt – Klischee wieder hergestellt.
  5. Rose aus Star Wars: die letzten Jedi. Rettet Finn, der gerade eine Kamikazeaktion startet. Ihr Chara ist ja schon sympathisch und so, aber diese Aktion war entweder völlig bescheuert ODER ein Fall von diffusem Charakterwissen, denn nach allem, was ihr Chara an der Stelle weiß und annehmen kann, hat ihre Aktion Finns Leben nur um einige Minuten bis ca. eine halbe Stunde verlängert. Und die Aktion sollte dazu dienen, Rose und ihren Kameraden(m/w/d) noch eine Chance zu verschaffen. Gnaaah. Und die beiden kennen sich an der Stelle seit – einem Tag? 30 Stunden? 40? Ein Film später sind die auch kein Paar mehr. Die Art, wie Roses Schauspielerin aber für die Antikamikazeaktion und generell angegangen wurde, war trotzdem asi.

Ehrenerwähnung von Sarah Connor, die ernsthafte Versuche unternahm, ihren Freund vor dem Terminator zu retten, allerdings befand sie sich da schon in Lebensgefahr, und es hat auch nicht geklappt.

Jedenfalls kann es ruhig mehr davon geben, das ist kein Kassengift oder so.

2 Gedanken zu “Rette den Prinzen!

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