Die wunderbare Welt der BDS-Szene – IV

Uuunnd Endspurt

Wider die Verfechter fertiger Wahrheiten

Ich glaube, dass unsere Welt sich in zwei teilen lässt. Zum einen die, die wie ich davon überzeugt sind, dass wir nur Passanten sind und dass wir wissen, dass einen Weg zu gehen heißt, sich im Unsicheren und Unbekannten auf die Suche zu machen.

Naaaiiin, einige fahren auch Auto. Aber als jemand, der eben noch über die verzichtbaren Teile eines Staates sprach, dessen Bürger er nicht ist, kann Ihre Unsicherheit ja nicht so groß sein.

Zum anderen die, die sich im Besitz fertiger Wahrheiten wähnen und diese allen aufzwingen wollen, egal wie verschieden die Erfahrungen und Situationen sind. Der Graben zwischen uns wird immer tiefer.

Am schlimmsten ist es, wenn Leute mit verschiedenen fertigen Wahrheiten aufeinandertreffen. Aber ich will Sie nicht in die Genderdebatte reinreißen.

Wir müssen uns heute alle fragen, ob das Leiden eines Volkes diesem Volk allein gehört und nur es selbst sich darauf beziehen darf.

Was heißt „dürfen“? Es ist vermessen von Ihnen, zu sagen, dass Sie ein Kazett-Opfer sind, wenn Sie keines sind. Es ist anmaßend, den Staat Israel als religiösen Mythos zu främen. Und wenn Sie die Palästinenserpolitik Israels nicht toll finden, wäre es der Erwähnung wert, dass die Gründe hat. Sie können gerne darlegen, wieso und warum diese Ihrer Meinung nach nicht rechtfertigend sind, aber wenn Sie sie noch nichteinmal erwähnen, glaube ich, dass Sie sie nicht entwerten können. Vllt. sind Sie aber auch zu befangen, um darüber zu diskutieren. Aber dann hätten Sie kein Vorwort zu „Apartheid Israel“ schreiben sollen.

Ist es möglich, die Gesamtheit der Erinnerung der Welt zu teilen, und unter welchen Bedingungen?

Nein. Ihre Erinnerungen sind Ihre, die von anderen Leuten die von anderen Leuten. Aber wenn Sie offenbar keinerlei Verständnis für die Situation Israels haben – wieso interessiert Sie das?

Diese Fragen habe ich Anfang der 2000er Jahre in Südafrika vorgefunden, ebenso jene der Vergebung, der Wiedergutmachung und der Versöhnung. Sie beschäftigen mich bis heute.

Die lagen in Südafrika irgendwo in der Ecke herum? Okeee. Sie vergeben also den Buren, indem Sie auf den Juden herumhacken?

Darf ich zum Abschluss daran erinnern, dass ich kein Deutscher bin?

Dürfen Sie, ist uns aber auch so schon aufgefallen.

Ich habe nicht vor, in Deutschland zu leben oder zu arbeiten.

Schön für Sie. Wo ist denn dann das Problem, wenn man Sie auslädt?

Angesichts der großen moralischen und politischen Probleme unserer Zeit steht es mir nicht zu, den Deutschen ihr Verhalten in einer pluralen Welt vorzuschreiben, in der viele Völker sich noch nach Freiheit sehnen.

Tibeter? Uiguren? Boykottieren wir China, yäy!

Alles, was ich beizutragen habe, ist eine Stimme unter vielen, eine Stimme von anderswo, aus diesen Weltregionen, von denen man fälschlicherweise annimmt, dass sie nichts zu sagen hätten und sich von anderen sagen lassen müssten, was sie zu denken haben.

Ist das das „Nur, weil ich schwarz bin!“-Argument? Ich hoffe nicht, aber es klingt nach dem „Nur, weil ich schwarz bin!“-Argument. Klar haben Sie was zu sagen. Es ist aber relativ ähnlich zu Sachen, die die hiesigen „Ich habe ja nichts gegen Juden!“-Sager sagen (m/w/d). Insofern hat das keinen Mehrwert oder Imput. Faun-Fact: Die üblichen „Ich habe ja nichts gegen Juden!“-Sager sind nicht schwarz. Und ich lasse mit trotzdem nichts von denen sagen. Bin ich nicht rassistisch, oder haben die Unrecht?

Deutschland muss selbst entscheiden, ob es diese Stimmen der Anderen hören oder ob es unseren tiefsten Bestrebungen den Rücken kehren und uns sogar unser Bewusstsein aufoktroyieren will.

Erstens, Deutschland ist kein Kollektivwesen, sondern wir sind Individuen. Zweitens, wenn doch, oktroyieren wir Ihnen höchstens unser Bewusstsein auf, Ihr eigenes haben Sie ja schon. Drittens, ich zumindest kehre jemanden den Rücken zu, der Israel in dieser Weise deligitimiert. Wenn Ihnen das nicht rechtsextremistisch genug ist, sorry.

Deutschland braucht seinerseits keine ausländischen Sündenböcke, um seine vielen Probleme anzugehen.

Sündenböcke, jau ey! Die besten Metaphern können doch nur von Juden kommen, woll? Nein, Sie sind kein ausländischer Sündenbock, der meine Probleme löst, Sie sind ein Teil der Probleme. Sie weichen dem Vorwurf aus, Israel deligitimieren zu wollen, aber schaffen es trotzdem nicht, irgendwelche Sachen zu sagen, die wenigstens pro-Israel klingen.

 Der mir offenbar prinzipiell feindlich gesonnene Teil Deutschlands hat nicht das Recht, mein Denken als Geisel zu nehmen.

„Mbembe, mach, was wir wollen, oder Dein Denken stirbt!“ Ja, ne. Macht doch keiner. Gut, einige von uns kritisieren solch Nettigkeiten wie:

da sie bereit sind, den ganzen Weg zu gehen – Gemetzel, Zerstörung, schrittweise Ausrottung –, ist die Zeit gekommen für globale Isolation.

aber das ist was anderes.

Je eher sich mein Werk in Deutschland selbstbestimmt äußern kann, in seiner eigenen Ausdrucksweise und in der Vielfalt von Sprachen und Akzente, desto besser für uns alle.

Für Sie vor allem, weil Sie die Tantiemen kriegen. Außer für „Apartheid Israel“, das Geld wurde dem Vernehmen nach an BDS gespendet. Und suchen Sie sich vorher vllt. einen gescheiten Übersetzer/Lektor, es heißt „Vielfalt von … Akzenten„.

Die hiesigen Neo-Nazis haben übrigens schon einen Quotenschwarzen, das REICHt denen wohl schon.

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