Wogegen das BGE leider gar nix nützt

Gegen Krisen

Wie gestern schon gesagt, ist das (bedingungslose) Grundeinkommen etwas, was sich nur ein reiches Land leisten kann. In Krisenzeiten kommt der Posten „Geld für alle“ schnell an seine Grenzen. Das wird teilweise dadurch kompensiert, dass das Kurzarbeitergeld ja auch wegfallen kann – alle Firmen, die nicht oder nur sehr eingeschränkt arbeiten können, schicken ihre Mitarbeiter einfach in den unbezahlten Urlaub. Wegen GE müssen die kein Hartz IV oder dergleichen beantragen, sie landen instant im sozialen Netz. Allerdings Leute, die arbeiten, um ihr Auto und ihre große münchner Wohnung zu finanzieren, haben dann ein Problem – ihr nicht-Brotjob fällt weg, also das darin produzierte Einkommen, und sie können sich die Miete für die teure Wohnung und den Kredit für das Auto nicht mehr leisten. „Nun“, sagt dann der Markt, „Ihr werdet schon nicht verhungern – verkauft das Auto und sucht Euch eine neue Wohnung.“

Wenn das Grundeinkommen die Mindestausgaben eines Menschen decken soll, und der Staat in der Krise noch genug Geld dafür hat, wird der Staat – wenn er schlau ist – sich um die Rettung der heimischen Wirtschaft kümmern: Autofabriken, Fluggesellschaften, sogar Fußballvereine, weil DIE das System finanzieren.

Bei längerfristigen Krisen kommt irgendwann der Punkt, wo der Staat bankrott ist. Alle Menschen, die vom Grundeinkommen gelebt haben und keine Reserven haben, stehen dann vor dem Nichts.

Gegen Corona

Weil erstens alles gilt, was ich oben über Krisen im Allg. schrieb, und außerdem, weil das Problem mit DIESER Krise tatsächlich mehr als eine Wirtschaftsflaute ist. Sondern „Wir können nicht mehr“

Es ist aus Gründen, die absolut nichts damit zu tun haben, dass kein Geld für Schulen und KiTas vorhanden wäre, derzeit sehr schwierig, Schulen und KiTas zu betreiben. Wenn es ein bedingungsarmes Grundeinkommen gäbe, wären vllt. mehr Menschen daran gewöhnt, den ganzen Tag zu hause zu bleiben, aber trotzdem nicht gut als Ersatzlehrkörper. Die ganzen Bemühungen, Schulen und Kindergärten wenigstens teilweise zu öffnen – und zwar auf Biegen und Brechen – scheint an den Unterzeichnerinnen und Unterzeichner vorübergegangen zu sein. Was das ganze eeeetwas wehleidiger klingen lässt, als es hoffentlich gemeint ist.

Und drittens – was nutzt einem das Mehr an Kaufkraft, wenn der Verkauf gerade beschränkt wird?

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass ein großer Anteil der Bevölkerung, der als Homo oeconomicus mit GE das Haus nicht mehr als nötig verlässt, die Verbreitung des Virus hemmt. Aber naja.

Gegen das Patriarchat

Nun, ist ja klar – die patriachaische Weltverschwörung ist durch gar nichts aufzuhalten, also insbesondere nicht durch das Bedingungslose Grundeinkommen. Ein BGE würde natürlich das Wechselmodell schwächen – im Scheidungsfall hätten beide Elternteile ein reges Interesse daran, die Kinder zu kriegen, weil sie dann auch das BGE der Kinder kriegen. Zur treuen Verwaltung. Andererseits, kennt Ihr nicht alle Geschichten von säumigen Unterhaltszahlern(m), die ihre Steuererklärungen so trimmen, dass sie gerade wenig genug verdienen, um keinen Unterhalt zahlen zu müssen? Nun, dank eines Grundeinkommens wäre das Problem gleich zweifach erledigt: weil der Vater sowieso nur noch schwarz arbeitet, hat er gar kein Einkommen mehr außer dem GE, aber weil Mutter und Kind durch ihre GEs versorgt werden, brauchen sie auch keine Unterhaltszahlungen mehr. Ruhm und Ehre der allmächtigen Weltverschwörung des globalen Patriarchats! Das einzige Problem ist, dass der GPG u.a. dadurch entsteht, dass viele Frauen halbtags arbeiten. Wenn die Männer auch nur noch halbtags arbeiten, holen die Frauen ja auf. Aber dafür müssen Männer und Frauen demnächst ja zusammen Zivildienst leisten, um die Pflegeversorgung sicherzustellen.

Gegen soziale Unterschiede

JA, merkt Ihr selber, oder? Wenn alle Menschen gleich wären, würden alle Menschen gleich viel Geld verdienen, also bekommen entweder alle dasselbe GE und zahlen gar keine Steuern, oder alle kriegen mit GE + sonstigem Einkommen – Steuern dasselbe Geld. Im ersten Fall gibt es niemanden, der Steuern zahlt, im letzteren würden Steuern den Verdienst komplett aufbrauchen. Wenn, wie im ersteren Fall, niemand Steuern zahlt, wird das System nicht finanziert. Wenn, wie im letzteren Fall, Steuern das Einkommen aufbrauchen, gibt es keine Motivation, ein Einkommen zu haben, und alle bleiben beim GE. Das System kann nur durch ein steiles Einkommensgefälle am Leben gehalten werden. Ergo gibt’s soziale Unterschiede, und Leute, die dieses System höchstens tolerieren, wenn das so bleibt.

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