Endlich wieder Männerfragen! Heute: Acht

Es geht weiter! Prince Charming! (Pro-Tipp: eine Person auf Äußerlichkeiten allgemein und ihre mutmaßliche Erfolgsaussichten bei Männern zu definieren, ist eigentlich sexistisch….)

Das hätte ich aber sonst echt schade gefunden, man kann ja nicht ständig über Idioten ranten, die Corona nicht verstehen. „Doch, kann man! Ein unerschöpfliches Resevoir an Steilvorlagen!“ Ok, können schon, wollen nicht.

Was bedeutet für dich Mannsein im Jahr 2020?

Ich glaube, dass die Grenzen zwischen Mann und Frau immer mehr verschwimmen.

Außer, wenn’s ums Sexuelle geht, natürlich.

 Auch Männer dürfen heutzutage Elternzeit nehmen, während die Frau arbeiten geht und sie dürfen genauso viel Zeit und Aufwand in die Körperpflege investieren wie Frauen.

Außer, wenn der Mann selbstständig ist, dann ist das mit der Elternzeit etwas schwierig. Mit der Partnersuche vllt. auch, aber nehmen wir mal an, das wäre geschafft. Und ja, selbstständige Frauen haben dasselbe Problem. Heißt soviel wie: Selbstständige sollten sich besser nicht in Selbstständige verlieben, es sei denn, sie wollen eh‘ keine Kinder ODER sie haben das alles SEHR gut geplant.

Und was die Zeit und Aufwand für Körperpflege betrifft: Ist damit jetzt Händewaschen, Zähneputzen und Duschen gemeint, oder auch so Sachen wie Kosmetik? Wenn letzteres, ich las mal in den Weiten des Internets die Frage, ob Nonnen sich schminken dürfen. Dazu (anscheinend) eine Nonne: „Was, NOCH eher aufstehen?“ Das „dürfen“ ist wohl mehr ein Euphemismus für „müssen“.

Dennoch gibt es auch Dinge, in denen sich Mann und Frau nach wie vor unterscheiden.

Geschlechtsorgane?

Am auffälligsten ist das, wenn es um die Art der Kommunikation geht.

Nein, das ist ein dummes Klischee – Frauen und Männer labern beide viel Quatsch und Vorurteile.

Ich denke, Frauen tauschen sich viel emotionaler und intensiver in ihren Mädelsrunden über ihre Probleme aus als Männer es wiederum mit ihren Kumpels tun.

Ähh, wenn dem so wäre – woher würdest Du das wissen?

Männer sind oft wesentlich rationaler und wollen auch nicht unbedingt Schwäche zeigen.

Rational und emotional sind nicht direkt Gegenteile. Schwäche zeigen und über Probleme reden auch nicht. Ob jemand keine Schwäche zeigen will, oder ob er es nicht „darf“, oder ob er es will und auch dürfte, aber keinen Sinn darin sieht, sind übrigens auch noch verschiedene Dinge.

Hachja, schön, wenn jemand seine Vorurteile einfach reproduzieren kann. Ok, wenn man selbst Ziel diverser Vorurteile ist, hat man vllt. auch einfach keine Lust, die eigenen zu hinterfragen.

Bei der Wahl meines Partners ist mir vor allem wichtig, dass wir auf Augenhöhe sind und den gleichen Humor haben.

Ok, sehe ich ähnlich. Wenn die Frau allerdings hochhackige Schuhe mag UND mir dabei trotzdem in die Augen sehen will, engt das mein Datingpool aber trotzdem ein.

Sicherlich möchte man sich in den Armen seines Partners auch geborgen fühlen oder sucht vielleicht nach einem Beschützer.

Und Dein Partner?

Da ticken Homosexuelle und Hetero-Frauen wohl häufig sehr ähnlich.

Ähh, ja. Wenn ein Hetero eine Frau sucht, in deren Armen er sich geborgen fühlt und die ihn beschützt, werden ihm 99,9% aller Frauen sagen: „Ich bin nicht Deine Mutter!“ Ein Hetero, der eine solche Frau sucht, wird einfach keine finden. Also sucht er erst gar nicht. Heteros sind vielleicht triebgesteuerte Urmenschen ohne Empathie, aber so hirnamputiert nun doch nicht.

Du kannst es so gestalten, wie du möchtest – egal, was deine Eltern sagen.

Was meine Eltern sagten oder nicht, war eigentlich das geringste Hindernis.

Durch die TV-Sendung habe ich auch viele Danksagungen von Menschen bekommen, die sich endlich getraut haben, sich zu outen

Ok, das ist wirklich schön. Da hat so eine Sendung doch tatsächlich was positives.

Ist heute alles besser?

Wenn ich beispielsweise mit Leuten spreche, die noch nie in Kontakt mit Homosexuellen gekommen sind, reagieren diese meist mit Aussagen wie:

Ach? Wo triffst Du diese Leute? Und wieso ist früher Aufstehen für Kosmetik cool?

Die Worte „Schwuchtel“ oder „schwul“ werden leider immer noch mit etwas Schlechtem gleichgesetzt und gelten als Beleidigung.

Ja, aber das wird ja allmählich mit „alten Männern“ ersetzt.

dass das Wort „schwul“ im Duden aktuell unter anderem wie folgt erklärt wird: „Die Klassenfahrt ist voll schwul“. So ein Beispiel hilft uns Homosexuellen natürlich überhaupt nicht. 

Das stimmt zwar einerseits, aber andererseits nimmt niemand einen Duden mit auf Klassenfahrt. Und selbst wenn, dann nicht, um darin nachzuschlagen, wie er die beschreiben soll. Oder falls doch, dann ist das der Supermegaoberstreber, und der schreibt dann sowas wie „Die Klassenfahrt war eher enttäuschend, da mich meine Mitschüler in der Bustoilette internierten.“

Der Podcast „schwanz&ehrlich“ hat daher angeregt, dass ein Hinweis im Duden integriert wird, der kennzeichnet, dass es sich hierbei um ein diskriminierendes Adjektiv handelt, das vermieden werden sollte.

Ok, manchmal wundert man sich beim Duden. Aber hat irgendwer gedacht, dass das Wort homosexuellen-freundlich sei?

Und auch das Schubladendenken muss aufhören. In einer gleichgeschlechtlichen Beziehung bekommt man oft zu hören, wer denn nun der Mann und wer die Frau sei.

Ja, das ist in Ablehnung hervorrufender Weise schlecht. Besser wäre die Frage, wer im Falle einer Scheidung die Kinder behält.

Wie stehst du zu #metoo?

Wer Diskriminierung oder Sexismus erlebt, dem fällt es oft schwer, sich jemandem anzuvertrauen.

Oder, soe will einfach keine Schwäche zeigen.

Die Männer müssen wiederum Grenzen einhalten und dafür sorgen, dass dieser Hashtag erst gar nicht zum Einsatz kommen muss.

Weil es bekanntlich auch 2020 Aufgabe von Männern ist, andere zu beschützen. Beschützt zu werden ist hingegen ein Privileg von Heteras (und Schwulen, wenn sie einen Pertner finden, in dessen Armen sie sich beschützt fühlen).

Das gilt sowohl für Heterosexuelle oder auch für Homosexuelle.

Ähh, sorry. Das ist jetzt der Fehler von jetzt. Wenn damit heterosexuelle und homosexuelle Männer gemeint sind, und das Hauptwort wird weggelassen, weil es einen Satz vorher vorkam und aus dem Zusammenhang daher klar ist, dass das eine Präzisierung des vorher gesagten sein soll, muss man hetero- und homosexuell klein schreiben, weil das Adjektive sind. Wenn beides groß geschrieben wird, sind das Hauptwörter. Genusneutrale Hauptwörter im Plural, also sind hetero- und homosexuelle Frauen mitgemeint. Demnach müssen Heteras und Lesben auch „dafür sorgen, dass dieser Hashtag nicht zum Einsatz kommen muss.“ Ich würde ja fast zustimmen, aber das ist jetzt leider Victimbläming, jetzt.

Man könnte also sagen, dass #metoo bei uns theoretisch 24/7 anwendbar wäre, das Ganze wird jedoch in dem Fall oft nicht als sexuelle Belästigung angesehen.

Weil?

Mir fällt auch immer wieder auf, dass ich mir als Homosexueller bei Frauen mehr „erlauben“ kann.

Jaaaa, sowas.

Heißt: Wenn ich der Arbeitskollegin aus Spaß mal auf den Po haue, dann lachen wir alle darüber.

Gut für Dich, dass Du Dich geoutet hat, was? Du hättest sonst sowas von Ärger, Alter. Aber wieso macht Dir das übergriffige Verhalten Spaß?

Das können sich Hetero-Männer oft nicht erlauben.

Achwas. Mensch, ich dachte immer, es sei nur so ein Vorurteil, dass Schwule viel empathischer seien als Heteros, aber nein, Du hast echt den Durchblick. Aber mach mal die Gendertauschprobe – Ruhm und Ehre sei Stokowski – und hau einem Kollegen auf der Arbeit auf den Hintern. Nee, lass es. Sonst landest Du eher bei #metoo, als man „Abmahnung“ schreiben kann.

Aber es gibt sicherlich auch Homosexuelle, die es damit dann übertreiben, weil sie denken, es wäre ja okay, da sie eh eine andere sexuelle Orientierung haben. Das ist aber absolut nicht in Ordnung.

Woran erkennt man die Übertreibung? Und wieso findest DU es lustig, Frauen auf den Hintern zu hauen? Wie würdest DU Dich fühlen, wenn ein Hetero – nicht bi, nicht ungeoutet: HeTeRo – Dir auf den Hintern hauen würde? Also ohne sexuelles Interesse, sondern nur mit dem Hintergedanken, einen Witz auf Deine Kosten zu machen und/oder Dich zu demütigen? Wenn das bisher keiner gemacht hat, liegt das nicht notwendigerweise daran, dass niemand Dich lächerlich oder verächtlich machen will, sondern weil man wegen sowas für schwul gehalten wird.

Und jetzt drehen wir das noch weiter – wie würde es Dir gefallen, wenn eine Hetera Dir auf den Hintern haute? Vllt. ohne Absicht, Dich zu demütigen, aber dafür mit sexuellem Interesse? #ichfragfürnefreundin

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