Wir retten Leute, die sowieso bald pleite gegangen wären

Eiskalt. Sozialdarwinistisch. Brutalst.

Warum? Weil wir es können!

Muahaha!!!

Ich reg‘ mich jetzt nicht auf.

Ja, Covid-19 betrifft zwar alle, aber es erkranken die Risikogruppen schwerer und sterben häufiger. Risikofaktoren sind: hohes Alter, Vorerkrankung (dazu zählen nicht nur Lungenkrankheiten und Rauchen, sondern auch Herzerkrankungen, Diabetes und noch ein paar) sowie Männlichkeit. Männer werden 50% häufiger schwer krank bzw. sterben als Frauen.

Jedenfalls, je, nachdem, wo man die Grenze zum Risiko ziehen will, sind 20-25% aller Deutschen Risikogruppenangehörige. Also mehr, als man ohne weiteres schützen könnte. Wenn nur Leute über 90, HIV-Patienten und Menschen mit Lungenkrebs Risikogruppe wären, könnte man sich ja überlegen, genau DIE in Sicherheit zu bringen, und der Rest geht weiter arbeiten. Aber nein.

Jetzt argumentieren manche, dass der Schutz der Risikogruppe, wenn der nur durch Lockdowns, Kontaktsperren und andere Maßnahmen erreicht werden könne, nicht soooo wichtig sei. Okeee, das klingt dann so:

Ihr Gegenentwurf sieht folgendermaßen aus: Ältere und Risikopersonen müssten besonders geschützt, Infektionen effizient nachverfolgt werden.

Nun, momentan gibt es viel zu viele Infizierte, vor allem auch unerkannt infizierte, als dass man die alle gescheit überwachen kann. Um das zu ändern, bräuchte man viel mehr Testkapazitäten, einen härteren Lockdown als jetzt, um die Infiziertenzahlen runterzudrücken, und/oder eine garantiert grundgesetzkonforme, nicht überwachungsstaatliche Äpp. Ja. Ersteres ist in Arbeit, aber letzteres ist mit viel Vorsicht zu genießen und MEHR Lockdown wollen die ja auch nicht. Auch nicht zeitweilig.

Wenn wir auf jegliche Differenzierung verzichten, damit sich niemand diskriminiert fühlt, fallen die Einschränkungen für alle viel größer aus.

Tja. Wenn wir keinen von uns schlachten und grillen, müssen wir alle mehr hungern.

Das Argument, dass man der Risikogruppe sagt: „Ihr könnt zuhause bleiben, diejenigen von Euch, die keine Rentner sind, kriegen vollen Kündigungsschutz wie bei einer Krankheit, Lieferdienste und sonstige Betreuung wird gestellt, und falls ihr mit Nicht-Risiko-Menschen zusammenlebt, bieten wir Euch Ersatzunterkünfte an.“, wäre das für mich keine Diskriminierung. Es wäre zwar teuer, aber grundgesetzkonform, solidarisch und im Prinzip nichts anderes, als würde bspw ein Erdbeben München verwüsten und der Rest D.’s hilft den Münchnern mit Hilfspaketen, Notunterkünften und Wiederaufbau. Aber es ist ja nicht nur eine Mio. Menschen, sondern noch ein paar mehr, die zu hause bleiben müssten.

Und ja, da wird auf Schutzmasken abgestellt, die die Risikogruppe tragen müsste; das wären die High-End-Produkte, die man jetzt noch nichtmal für alles medizinische Personal bekommt, und die auch den Träger(m/w/d) schützen statt nur die Umgebung. Aber gut, liebe Leute, wenn es genug Masken für über 20 % aller Deutschen gibt, die natürlich auch regelmäßig ausgewechselt werden müssen, kommt wieder. Oder hey, schreibt einen Auftrag aus, zig Mio. Masken herzustellen, und wenn der vergeben ist, UND die Liefertermine klar sind, kommt wieder und macht den Vorschlag nochmal.

Bis dahin, sorry. Eine realistische Einschätzung meinerseits zeigt mir, dass ich wirtschaftlich unter der Coronakrise nicht annähernd so viel leide wie ich gesundheitlich leiden könnte. Wenn wer pleite geht, bitte genau differenzieren – seid Ihr mit oder an Coronaschutzmaßnahmen pleite gegangen? Vllt. hattet Ihr ja auch schon Vorschulden? Firmen mit Vorschulden sind nämlich besonders gefährdet.

WAS? Zu zynisch? Zu wenig Solidarität? Ich bin wie Ihr. Beschwert Euch nicht und heult bitte leise.

Ein Gedanke zu “Wir retten Leute, die sowieso bald pleite gegangen wären

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