Renitent Übel III

Nachdem die Töchter von einer Cousine von mir garantiert zombiefreie Sprachnachrichten bei Whatsapp posten, „Ich schwör‘!“:

Ein weiterer schöner Fall von Frauenpower in Racoon City. Leider hat teil drei kein „Doppel-Feature“, man spielt Jill Valentine und gelegentlich Carlos, aber im Wesentlichen Jill.

Aber immerhin, Jill ist halt keine Alibi-Quotenfrau, sondern ein bereits eingeführter Chara, dessen weiteren Abenteuer im Zombieausbruch beleuchtet werden. Beleuchtet wird das im Wesentlichen zwar nur im düst’ren Licht der brennenden Stadt, aber immerhin. Jill kann Schlösser knacken – was schon fast als Charaktermerkmal zählt – und reißt dabei weniger die Klappe auf als Chloe. Und Jill ist tatsächlich ein emanzipierter Mensch, dem man nicht sagen muss, was er zu tun hat – selbst obwohl sie gegenüber Umbrella-Mitarbeitern Grund genug für Misstrauen hat, wirft Jill sich in die Bresche, um ihnen zu helfen. Zivilisten zu retten. In einem U-Bahn-Zug. In einem U-Bahn-Zug, der biss auf die Umbrellas leer ist. Das Leveldesign ist wieder nicht ganz ausgereift…

Aber jedenfalls, Jill tut, was getan werden muss. Es sagt ihr auch niemand, dass sie das nicht könne. Dass das gefährlich ist schon, aber deshalb ist Corporal Obvious ja zum Captain befördert worden. Was man ihr sagt, ist, dass sie nicht kompromisslos (aka gewissenlos) genug für bestimmte Entscheidungen sei, aber nicht, weil sie eine Frau ist, sondern, weil sie keine gewinnorientierte Söldnerin sondern eine Beamtin, die natürlich nur Dienst nach Vorschrift macht. (Ok, das war anders formuliert und anders gemeint, aber der Kerl war eh‘ der Nebenschurke.)

Es gibt auch keine Liebe auf den ersten Blick. Carlos und Jill sagen (selten) Sachen, die man vllt. als Flirten verbuchen könnte, aber was soll’s? Nagut, Carlos, das merkt man ziemlich schnell, ist die andere Figur, die lebendig aus der Nummer rauskommt. Man merkt es nicht, weil man ihn mal spielen kann, sondern daran, dass er weder einen ruhßischen Ahkzehnt hat noch schwarz ist. (He, nur, weil RE III keine sexistischen Klischees bedient, heißt das ja nicht, dass es gar keine bedient.)

Punkt ist aber, Jill und Carlos retten einander den Hintern, weil das etwas ist, was man als hilfsbereites, menschliches Wesen tut, und aus Kameradschaft in der Krise, und vllt. noch mit dem Kampfschrei: „Kant will es!“, und nicht, weil sie finden, dass der jeweils andere Hintern so besonders hübsch und rettenswert sei. Romantik würde das in der Geschichte sogar ein bisschen abwerten. SO kann Frauenpower auch aussehen…

Das Krankenhaus in RE III (Neu) ist übrigens auch mit der üblichen Resident-Evil-Architektur gebaut – Außenfenster braucht kein Mensch.

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