Bedingungsloses Grundeinkommen, aber besser wannanders

Weeeeil… jetzt ist gerade superblöd.

Es gibt Argumente, dass das jetzt genau der richtige Zeitpunkt für ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre, denn bei vielen Menschen brechen die Einnahmequellen weg, sie haben – abseits der Spargelernte jedenfalls – wenig Chancen, so schnell alternative Möglichkeiten zu finden, und langfristig geht’s ans sogenannte Eingemachte.

Also, meinetwegen, ehe ich mich schlagen lasse, akzeptiere ich Geld, dass ich genau deshalb kriege, weil ich dt. Staatsbürger bin. Schon, um die Reichsbürger zu ärgern: „Jahaa, das ‚Personal‘ kriegt Geld. Wir haben in der letzten Aktionärsversammlung der Deutschland-GmbH beschlossen, unsere Dividende eben so auszuzahlen. Heult doch!“

Aber jetzt wäre das unfair, jedenfalls für andere Menschen als mich. Ich bin zwar selbstständig, arbeite aber in der Baubranche. Die macht weiter. Mein Problem ist eher die möglicherweise gesunkene Zahlungsmoral meiner Kunden als die aktuelle Auftragslage. Und ja, die mag sich mit der Zeit auch verschlechtern, aber momentan geht’s mir noch gut.

Wenn alle ein bedingungsloses Grundeinkommen bekämen, bekäme ich also mehr als sonst, der arbeitslose Kellner aber weniger. Oder genausoviel wie vorher, falls das bedingungslose Grundeinkommen zufällig so groß wie sein Gehalt – ohne Trinkgeld – ist. Jedenfalls wäre die Einkommensdifferenz zwischen mir und dem Kellner größer als vor der Krise, so dass meine Kaufkraft im Vergleich zum Kellner steigt. Jetzt kann es sein, dass die Preise infolge der Corona-Krise steigen – bei Importartikeln auf jeden Fall – so dass der Kellner sich effektiv weniger kaufen kann als vorher, während ich dank gleichgebliebenen Normaleinkommen plus Grundeinkommen eher die Chance habe, diese Preissteigerungen mitzumachen.

Wenn jetzt einer sagt: „Ok, dann machen wir das Grundeinkommen vom sonstigem Einkommen abhängig.“ Ja, dann ist es nicht mehr bedingungslos.

Was ich mir noch vorstellen könnte, wäre eine Negativsteuer. Statt eines Freibetrages, den man nicht versteuern muss, wird der Betrag am Ende von der Einkommenssteuer abgezogen, so dass man Menschen, die gar keine Steuern zahlen müssen, den vollen Betrag auszahlt, und bei Spitzensteuerzahlern reduziert sich die Steuerlast um einen Prozentpunkt oder so. Wäre eine Art Arbeitslosenhilfe, nur, dass man nicht ans Eingemachte muss, wenn man die haben will. Nur, weil man Steuern jährlich zahlt, bekäme man das Geld auch jährlich, d.h., frühstens nächstes Jahr, wenn heute jemand meinen Blog liest und sofort damit in die Politik geht.

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