Frauenwoche bei Bento

Verspricht lustig zu werden. Besonders mit DEM Konzept. Bzw., es läuft zum Zeitpunkt der Veröffentlichung schon, aber möglicherweise werde ich Sachen zusammenfassen. Wieso dürfen Frauen nichts zum Frauentag schreiben? Möglicherweise, weil sie Sachen schreiben würden wie:

„Frauentag, und ich werde gesilencet?“ – „Wenn die Typen mir wirklich helfen wollten, würden sie 87 Minuten lang meine demente Mutter versorgen!“ – „Da ich übrigens immer noch auf meine Gehaltserhöhung warte, besteht aus meinem Beitrag aus diesem Satz.“ – „Ich bin Praktikantin, ich wusste bis eben noch nicht, wie man ‚Gehalt‘ schreibt.“ – „‚Volontariat‘ kommt von Wollen, heißt es. Deshalb ist das unbezahlt, heißt es. Während die unfreiwilligen Zwangsarbeiter in der Redaktion immerhin Schmerzensgeld ausgezahlt kriegen… GPG heißt, dass ich immerhin 75% dieses Schmerzensgeldes kriegen müsste!“

Wir werden es nie erfahren, denn:

Redakteurinnen schilderten, dass Sonderhefte oder Themenspeziale zum Frauentag in anderen Redaktionen hauptsächlich von Frauen produziert wurden. Und im Redaktionsalltag bedeutete das häufig Mehrarbeit, mal wieder für die Frauen.

Oh nein, wie furchtbar. Wenn der kommunistische Mitarbeiter Gelegenheit hat, eine Sonderbeilage „Kommunismus“ zu schreiben, beschwert er sich ja auch über die Mehrarbeit, anstatt sich über die Gratis-Möglichkeit für Agiprop und Unterwanderung des Klassenfeindes zu freuen.

Denn die [Frauen] leisten im Durchschnitt sowieso schon 52,4 Prozent mehr unbezahlte Care-Arbeit pro Tag als Männer, genau genommen 87 Minuten,

Ok – leisten Frauen auch 87 Minuten unbezahlte Überstunden mehr als Männer? Ach, vergesst die Frage – ich verstehe dass so, dass Redakteurinnen zwar Überstunden schieben müssen, um Beiträge für/über

Frauen, Intersexuellen, Trans*- und nichtbinären Menschen

zu schreiben. Ok, das muss nicht sein, das ist eigentlich ein echter Skandal. Und nein, meine Pointe ist nicht: „dann lasst es einfach“, meine Pointe ist: „Dann bezahlt ihnen, verdammt nochmal, die verfrellten Überstunden!“ Und alle anderen auch! Echt, jetzt! Äh, echt, bento!

Deshalb haben wir in der Redaktion gemeinsam die Idee entwickelt, die Themen zum Frauentag ausschließlich von den Männern bei bento umsetzen zu lassen, eben #männerfürfrauen.

Ich könnte mir Frauen vorstellen, die an DER Stelle gesagt hätten: „Putz meine Wohnung!“ Eine Menge Frauen. Aber hey.

Wir wollten einen Perspektivwechsel vornehmen: Was können Cis-Männer in der heutigen Gesellschaft machen, um sich für mehr Gleichberechtigung aller Geschlechter einzusetzen?

Mal ganz davon abgesehen, dass schwule Männer meistens auch cis sind – wtf? Wo ist das bitte ein Perspektivwechsel? Mit ungefähr zwei Ausnahmen – zu den Themen Momsplainer und Vaterschutzurlaub – sucht Ihr die Lösung von Problemen stets und ständig bei cis-hetero-Männern. Dass sich Frauen ändern sollten, kommt bei Euch wenig bis gar nicht vor.

Wie auch immer, ich bin sehr gespannt, wenn das schon anfängt wiefolgt:

Wir wollen gleichberechtigt leben und arbeiten, auch bei bento. Das funktioniert nur, wenn wir uns auch beim Thema Gleichberechtigung füreinander einsetzen.

Kriegt Ihr Eure Überstunden zum Thema eigentlich bezahlt? Oder – mal ganz was verrücktes – warum lasst Ihr Eure Kolleginnen nicht Beiträge zum Thema „Frauen“ in ihrer regulären Arbeitszeit schreiben, und IHR übernehmt die Themen und Aufgaben, die die normalerweise machen?

Hachja, und wer schreibt dann die Artikel zum Weltmännertag?

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