SPD-Jäh

Sarrazin war die ganze Zeit noch in der SPD! Ok, dann war die natürlich nicht wählbar – jetzt geht’s aufwärts!

Genaures siehe hier.

Die älteren erinnern sich möglicherweise, Onkel Sarrazin – witziger Name in dem Zusammenhang übrigens – wurde vorgeworfen, „Rassismus wieder salonfähig“ gemacht zu haben. Das ist natürlich Blödsinn. Der „Salon“ steht für die Oberschicht, also Leute, die sich – neben Küche, Wohnzimmer, Esszimmer und Arbeitszimmer – noch einen Salon in der Wohnung leisten können. Der „Salon“ ist also der „Stammtisch“ für Reiche (oder der Stammtisch ist ein Salon für Arme (sowohl Salon als auch Stammtisch sind auch für vernünftige Menschen möglich, diese „Metaphern“ sind also selbst „Vorurteile“)). Surprise, Futhermocker, der „Salon“, also der metaphorischen Treffpunkt der Oberschicht, war für Rassismus immer offen. Bzw., wenn Rassismus mal doch out war, weil der Pöbel den Rassismus auch hatte, dann gab’s trotzdem noch immer abwertende biologistische Betrachtungen über den Pöbel, oder das „Proletariat“, wie die oberen zehntausend zu sagen pflegen, um sich vom Proletariat zu unterscheiden. Jetzt sind abwertende biologistische Betrachtungen über Menschen, die man nicht leiden kann und/oder weniger Geld haben, von Rassismus eigentlich nicht zu unterscheiden, aber das beweist höchstens, dass das Wort „Rassismus“ nicht salonfähig war oder ist, aber nicht die Sache selbst.

Nein, Sarrazin hat Rassismus nicht salonfähig gemacht. Sarrazin hat Rassismus SPD-fähig gemacht. Aber jetzt hat er ja Gelegenheit, die FPÖ feindlich zu übernehmen. „Aber der ist doch Deutscher, der darf doch nicht in eine österreichische Partei!“ – „Papperlapapp! Nicht so nationalistisch denken hier! Großdeutsche Lösung!“

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