Schuld sind immer die anderen

Wenn irgendwo in Deutschland – muss nicht immer der Osten sein – die AfD mehr Stimmen als nötig kriegt, um Mandate zu kriegen, gibt es die Diskussion, was „man“, also die Politik, denn falsch gemacht habe. Man „müsse mit den Leuten reden“ heißt es dann z.B., oder „ihre Sorgen ernst nehmen“. Was zwar jetzt recht trivial ist, aber daher trivialerweise wahr. Und bis zu einem bestimmten Punkt akzeptiere ich das Argument ja auch: wenn meinetwegen der Länder Pay Gap genannt wird, sehe ich eigentlich nicht ein, wieso dreißig Jahre nach der Wiedervereinigung das Problem immer noch nicht vom Tisch ist. Als Wessi kann es mir egal sein – prinzipiell profitiere ich sogar davon – aber ja, das ist ein relevanter und legitimer Grund, als Ostdeutscher mit der Situation unzufrieden zu sein, und als Ostdeutscher Politiker – ich gucke EUCH an, Ost-SPDler – wäre es doch sicher ein Thema, bei dem man sich nützlich machen kann. Wenn es keine erkennbaren, ernstgemeinten oder gar erfolgsversprechenden Bemühungen seitens der SPD gibt, das abzustellen, nunja. Am Stimmenverlust der SPD ist in erster Linie die SPD Schuld. Aber nur daran.

Problem an der Argumentation ist nämlich, wenn jemand sagt: „Ich/wir haben ja keine andere Wahl, als AfD zu wählen.“ Doch, habt Ihr. Sogar mehrere: Landtagswahl, Bundestagswahl, Bürgermeister- und Stadtradtwahl, und die sind geheim, d.h., Ihr müsstest Euch gar nicht entschuldigen. Wenn Ihr das dennoch tut, dann doch wohl nur, um andere Parteien (und deren Wählerschaft) schlecht zu reden.

Und wenn die AfD tatsächlich bessere Konzepte bspw. zur Lohnungerechtigkeit anbieten würde als die SPD, könntet Ihr ja genau SO argumentieren, aber ähm, nein.

Wie auch immer, ich habe weder ein Interesse daran, dass die AfD gewählt wird, noch haben andere Parteien ein Interesse daran; die Unterstellung ist, dass die Wahlberechtigten mündige Bürger sind, und deshalb sind sie verantwortlich.

Dieselbe Argumentation ist mir nämlich hier begegnet, nur dass „ich“ jetzt nicht nur an der AfD schuld bin, sondern auch noch an Erdogan (ich krieg das Sonderzeichen nicht hin, sorry). Na toll.

Liebe Landsleute!

Das heißt … Darf ich Euch überhaupt noch als „Landsleute“ ansprechen?

Ja, aber nur, wenn ich Dich dann auch Kartoffel nennen darf. Wir Kartoffeln müssen zusammenhalten.

Wenn Ihr’s genau wissen wollt: Ich selbst habe nicht dafür gestimmt.

Warum sind Wahlen eigentlich geheim?

Aber spielt das für Euch überhaupt eine Rolle?

Kennste Wayne?

Sind wir jetzt, nachdem wir in Euren Augen „versagt“ und uns nicht als wahre „Verfassungspatrioten“ gezeigt haben, für Euch nicht wieder alle bloß „die Türken“?

Nun, da „Ihr“ offenbar türkische Pässe und Wahlberechtigungen habt, seid Ihr Türken, vllt. nicht DIE Türken, aber Türken. Dass Erdogan bei den Leuten, die er nicht unmittelbar regiert, beliebter ist, spricht aber schon ein bisschen gegen ihn, oder?

 Ihr habt uns ja seit unserer Ankunft in Deutschland immer nur als „Türken“ wahrgenommen.

Nein, viele verwechselten „Euch“ auch mit Arabern. Und umgekehrt.

Erst als Erdoğan uns als nützliches Stimmvieh entdeckt und begonnen hat, uns als „türkische Brüder und Schwestern in Deutschland“ zu vereinnahmen, habt auch Ihr plötzlich das „Deutsche“ an den „Deutsch-Türken“ entdeckt.

Na, stimmt nicht ganz, da fiel uns auf, dass „Ihr“ „Eure“ türkische Staatsangehörigkeit behalten habt. Wobei, hätten wir merken müssen, „Ihr“ nennt „Euch“ ja „Deutschtürken“, nicht „Türkeideutsche“, oder?

Da sollten wir uns auf einmal ganz auf den Boden der deutschen Verfassung stellen und uns als wehrhafte Demokraten dem Autokraten Erdoğan in den Weg stellen.

Najaaaa. Wenn Leute, die sich jahrelang und zurecht gegen Diskriminierung wehren, einen Wham wählen, der seinerseits Minderheiten diskriminiert, kommt das so rüber, als seiet „Ihr“ gar nicht gegen Diskriminierung an sich, sondern nur gegen die Diskriminierung von Türken. Kurden können sehen, wo sie bleiben. (Mal zum Vergleich, wenn „Ihr“ eine türkischsprachige Schule in D. haben wolltet, dürftet „Ihr“ sie bauen. Kurdischsprachige Schulen in der Türkei hingegen…) Aber nein, UNSERE Demokratie braucht „Ihr“ natürlich nicht zu verteidigen.

Aber, mit Verlaub gesagt: „Unsere“ Demokratie war das eigentlich nie.

Nun, aber da „Ihr“ die Möglichkeit habt, „Euch“ eine eigene Demokratie aufzubauen, nutzt „Ihr“ sie ja auch nicht sonderlich gut. Bisschen wie gewisse andere Leute, die ich nennen könnte. Was ist also das Problem?

Wenn man meinen Vater gefragt hat, was charakteristisch sei für die Deutschen, sagte er wie auf Knopfdruck: „fleißig“ und „ordentlich“. Aber „demokratisch“?

Ach, fleißig und ordentlich sind ja nur Vorurteile. Aber ist Dein Vater nach D. gekommen, weil ihm irgendwer gesagt hat, dass das hier so eine tolle Demokratie wäre? Wohl kaum.

Wenn er versuchte, sich an die deutsche Kultur anzupassen, bemühte er sich eben, „fleißig“ und „ordentlich“ zu sein.

Zufälligerweise sind das zwei Eigenschaften, die vor allem beim Geldverdienen helfen, was möglicherweise der Tatsache geschuldet ist, dass Dein Vater hier Geld verdienen wollte. Nur so als Theorie.

Natürlich könnte man jetzt sagen: Er hätte sich ja auch selbst mehr anstrengen können, dazuzugehören, sich in die deutsche Kultur hineinzuleben, ein Teil davon zu werden.

Ach, wieso? Das ist ja gar nicht der Vorwurf. Der Vorwurf ist, dass jemand von allen möglichen Leuten Erdogan wählt, was die ganzen Beschwerden bzgl. Ausländerfeindlichkeit und Rassismus doppelmoralisch erscheinen lässt. Erdogan ist der türkische Gauland. Oder eigentlich ist Gauland der deutsche Erdogan…

Aber dazu hätten eben auch die anderen, die stolzen Träger dieser Kultur, ihm etwas mehr entgegenkommen müssen. In all den Jahren ist mein Vater nie von seinen deutschen Arbeitskollegen eingeladen worden.

Tja, ich auch nicht. Ok, ich hatte auch nie allzuviele Arbeitskollegen.

Einmal haben sie ihn zum Karneval mitgenommen. Ich weiß noch, wie er danach zu meiner Mutter gesagt hat: „Stell dir vor, die Deutschen salutieren, wenn sie lustig sein wollen!“

Dein Ernst? Dein fucking ERNST? Dein Vater mag keinen Karneval? Erstmal, man muss keinen Karneval mögen, um als guter Deutscher zu gelten, man muss Karneval mögen, um als guter Rheinländer zu gelten (als Landsmann von mir solltest Du das wissen!). Zweitens, in 1000 Jahren haben die Rheinländer keine Versuche unternommen, Karneval irgendwie westfalenfreundlicher zu gestalten, aber für Deinen Vater sollen die das machen? Extrawurst mit doppelt Mayo, ja? Und drittens, wieso brauchte Dein Vater Extraeinladungen? Bei der Freiwilligen Feuerwehr hätten sie ihn übrigens schon genommen.

Es hätte ganz anderer Bemühungen bedurft, um sich aufeinander zuzubewegen, einander besser zu verstehen. So aber blieb mein Vater unter seinesgleichen. Auch ich, der ich in Deutschland aufgewachsen bin, bin so in eine türkische Welt hineingewachsen.

Tja, niemand – außer den Gauländern hierzulande – stört das. „Ihr“ müsstet einfach nur arbeiten.

Ok, Menschen sind mehr als nur Arbeitskräfte. Und es ist tatsächlich vernünftig, seine türkische Staatsbürgerschaft nicht aufzugeben, auch, wenn man nie in der Türkei gelebt hat, man hat eben eine Option mehr.

Allerdings, als es um die EU ging:

Aber dann waren „die Türken“ ja auch in der EU wieder für alles nicht gut genug. Nicht demokratisch genug, nicht transparent genug, nicht wirtschaftsfreundlich genug, nicht europäisch genug.

Ähh, ja? Die EU ist kein Karnevalsverein. Das sieht man an den fehlenden Narrenkappen. Nur, wenn „Ihr“ wollt, dass die Türkei in die EU kommt, wählt doch einfach Leute, die bereit sind, die Aufnahmebedingungen zu erfüllen.

Ich muss gestehen, dass ich in dieser Situation auch zeitweilig mit Erdoğan sympathisiert habe. Das war endlich mal jemand, der uns wertschätzte, einer von uns, keiner aus der kemalistischen Elite, die uns immer ein wenig von oben herab behandelt hatte.

Gauland eben. Oder Trump, der wertschätzt seine Wähler ja auch. Also, wenigstens ein bisschen.

Hinzu kam, dass auch unser Kulturverein eine positive Einstellung zu unserem neuen Führer förderte.

Tja, deutsche Vereine, die sich mit Kultur befassen, sind heutzutage nicht mehr so „regierungstreu“ wie ehedem. Das gilt gemeinhin als Verbesserung. Karnevalisten machen sich über die Regierung sogar lustig. Wenn Dein Vater etwas länger durchgehalten hätte, hätte er das gesehen.

Es gab dort sogar einige, die meinten, Erdoğan wäre genau der Richtige, um die deutschen Tugenden auch in der Türkei zur Geltung zu bringen, indem er dort endlich mal für „Ordnung“ und „Disziplin“ sorgen würde.

Es gibt den Spruch, dass man die Namen der Tugenden leicht in andere Sprachen übersetzen kann; die Definitionen dieser Tugenden können sich aber unterscheiden. Z.B., was meint man, wenn man sagt, jemand sei „pünktlich“? Achja, und „Ordnung“ und „Disziplin“ sind Sekundärtugenden, was heißt, man kann mit denen auch ein Kazett leiten. Und drittens, nur, weil man mit einer Tugend Geld verdient, führt man damit nicht notwendigerweise einen Staat gut. Aber ja, übernehmt „deutsche“ Tugenden einfach. „Ihr“ habt die dt. Kultur und Lebensart ja super verinnerlicht.

(Und jetzt tut bitte nicht so, als würde bei Euch jeder das „Deutschsein“ mit „Demokratie“ und „Menschenrechten“ identifizieren!)

(Nö. Niemand hier verlangt von „Euch“, dass „Ihr“ Karneval mögt. Und „Ihr“ müsst uns nicht kopieren. Also tu Du nicht so, als wäre es unsere Schuld, wenn „Ihr“ Sachen übernehmt, die „Ihr“ anscheinend nicht so ganz verstanden habt.)

Hachja – kennst Du „Im Westen nichts Neues“? Lehrer reitet seine Schüler in die Scheiße, indem er an deren Patriotismus appeliert. Priester sind auch nicht unbedingt besser. Aber ich lese DAS hier:

Auch für unsere Türkischlehrer und unsere Imame stand außer Frage, dass Erdoğan für die Türkei eine Art Heilsbringer ist.

lache da dreimal drüber und denke mir: „Hmmm, okeehee. Inwiefern sind „Eure“ Imame und „Eure“ Türkischlehrer „unsere“ Schuld?“ Achja, deshalb:

Selber schuld! Ihr habt doch jahrelang ganz bewusst eine Vogel-Strauß-Politik betrieben, nach dem Motto: „Türkische Kultur? Islam? Das gibt es bei uns nicht, das wollen wir bei uns nicht haben!“

Vogel und Strauß waren als Politiker sicher nicht ohne Fehl und Tadel, aber hat „Euch“ hier irgendwer verboten, türkisch zu lernen? Moscheen zu gründen? Lehrer und Priester auszubilden? Hätten wir das „Euch“ besser verbieten sollen? Es gibt Länder, die das täten bzw. tun. Aber ist demnach der Vorwurf hier nicht, dass wir „Euch“ das nicht verboten haben, sondern, dass wir „Euch“ das nicht finanziert haben? Oder noch allgemeiner, dass wir „Euch“ wie mündige Erwachsene behandelt haben, die Aussagen von Lehrern, Priestern und, vor allem, Politikern einordnen? Demokratie ey!

Also habt Ihr es anderen überlassen, zu definieren, was „türkische Kultur“ bedeutet und wie der Koran auszulegen ist.

Joah, lasst „Ihr“ denn etwa nicht Christen die Bibel selber auslegen? Überlasst „Ihr“ den Deutschen etwa nicht die Definition von „deutscher Kultur“? Achja, macht „Ihr“ ja offensichtlich wirklich nicht. Tja. „Ihr“ redet also über Sachen, von denen „Ihr“ wenig Ahnung habt, beschwert „Euch“ aber, dass wir das nicht auch so halten, um EUCH, liebe Mitkartoffeln, Imame und Türkischlehrer vorzusetzen, die „Euch“ sagen, was islamisch ist, was türkisch ist, und vor allem, welchen türkischen Regierungschef „Ihr“ bitteschön zu wählen habt? Und welchen deutschen Regierungschef, sofern „Ihr“ die doppelte Staatsangehörigkeit habt, noch dazu?

Und jetzt sind „wir“ Schuld. Nicht die Wählerschaft.

Erdoğan und seine Autokratie sind deshalb zum Teil auch ein Produkt Eures Umgangs mit uns.

Ähm, die Italiener wählen auch manchmal recht seltsame Leute, aber die schieben das dann eher auf die EU als Ganzes, weniger auf die Probleme der italienischen Minderheit in Deutschland. Ok, die kann aber auch mehr mit Karneval anfangen, vllt. deshalb.

Hättet Ihr uns frühzeitig eine echte Heimat in Eurer Demokratie gegeben, hättet Ihr diese für uns geöffnet, so hätte der Totengräber der türkischen Demokratie jetzt nicht so reiche Ernte unter uns gehalten

Ohhh, jetzt weint er gleich. Wenn wir ausländische Türkischlehrer und Imame einfach verboten hätten, um sie mit staatstragenden (= unseren Staat tragenden) Leuten zu ersetzen, wäre das Argument doch dasselbe: „Deutsche stoßen (Deutsch)türken vor den Kopf, indem sie sie kontrollieren. Kein Wunder, dass die Erdogan wählen.“ Dasselbe, wenn wir einfach die doppelte Staatbürgerschaft abschaffen, und „Ihr“ „Euch“ entscheiden müsstet.

Die, die Ihr über Jahre hinweg vor den Kopf gestoßen habt, werdet Ihr weder mit dem Zuckerbrot verbesserter Integrationsmaßnahmen noch mit der Peitsche besserwisserischer Belehrungen für Euch gewinnen können.

Ja, dasselbe sagen unsere ostdeutschen Mitbürger auch immer. Mimimi.

Umso wichtiger ist es aber, dass Ihr jetzt nicht wieder so halbherzig agiert wie bisher, sondern mit jener Entschlossenheit, die Ihr sonst so gerne an Euch rühmt.

Pass mal auf, und das gilt hier auch für die Ostdeutschen: niemand wohnt in D., weil das Essen und das Wetter hier so toll sind. Niemand wohnt hier, weil die Leute hier so nett oder demokratisch sind. Hier wohnt man, weil es eine reiche Industrienation ist. Niemand ist als Zwangsarbeiter aus der Türkei hierher depotiert worden. Die DDR ist nicht erobert oder annektiert worden. Durch konkludentes Verhalten zeigt „Ihr“, „Ihr alle“, dass „Ihr“ hier leben wollt. Also beantwortet „Euch“ selbst erstmal die Frage, warum „Ihr“ in einem Land voller unsympathischen Hackfressen leben wollt. Und diejenigen, die sagen: „Industrienation und Wohlstand, gut und schön, aber Demokratie und Rechtsstaat ist mir wichtiger“, ok. Niemand zwingt „Euch“ demnach, Antidemokraten zu wählen. Und diejenigen, die sagen: „Nee, Demokratie und Rechtsstaat nutzen mir nicht viel, außer, dass die unsympathischen Hackfressen gezwungen werden, mich zu bezahlen.“, auch ok. Aber wenn Ihr meint, Antidemokraten hielfen „Euch“, mehr Geld zu verdienen und/oder „Euch“ gegen Diskrinierung zu schützen  – nö. Wenn die das behaupten, lügen sie. Und vermutlich bei allem anderen auch. Ansonsten: Sekundärtugenden sind hierzulande von Vorteil, um an Wohlstand zu kommen. Nicht Glück, aber Wohlstand. „IHR“ müsst demnach entschlossen sein, etwas zu erreichen. WIR müssen nicht entschlossen sein, „Euch“ an uns anzupassen. Wenn WIR es aber wären, hättet „Ihr“ weniger Möglichkeiten, glücklich zu werden (Karneval! Mögt „Ihr“ alle nicht – willkommen im Klub.), nicht mehr. (Und wir haben offenbar keine Lust, so zu werden wie „Ihr“, sorry.) Also ist „Eure“ Beschwerde, liebe Mitkartoffeln und Mitkartoffelriche, die, dass „wir“ „Euch“ „zu viele“ Freiheiten lassen statt zu wenig, und „Ihr“ daher diese Freiheit nutzen „müsst“, Freiheitsfeinde zu wählen. Heult doch.

So, wie er uns Deutsch-Türken als türkische Exklave in Deutschland vereinnahmt hat, könnt Ihr die deutsch-türkische Gemeinde darin bestärken, ein Vorbild für eine andere, demokratischere Türkei zu werden, und auch für einen aufgeklärten, antifundamentalistischen Islam.

Hmm, dass „wir“ als Staat und als Gesellschaft Deutschkurden nicht schlimmer unterdrücken als „Euch“, ist „Euch“ kein Vorbild? Dass „wir“ als Staat keinen Einfluss auf religioninterne Diskurse nehmen, sodern höchstens „wir“ als Individuen, ist „Euch“ kein Vorbild? Dass wir „Euch“ nicht einfach eine „dt. Leitkultur“ aufdrücken, wie das mal angedacht war, ist „Euch“ kein Vorbild? Nebenbei, wenn „Ihr“ eine „Moscheesteuer“ analog zur Kirchensteuer haben wolltet, könntet „Ihr“ sie haben. Dann wäret „Ihr“ nicht mehr vom Ausland abhängig.

Dafür müsst Ihr allerdings endlich nicht nur mit Worten anerkennen, dass beides – die türkische Kultur und der Islam – mittlerweile ein Teil von Deutschland ist.

Ja, Türken salutieren, wenn sie ein Tor geschossen haben. Auch nicht besser als Karneval.

Vielmehr müsst Ihr auch dementsprechend handeln, also Lehrer für türkische Sprache und Kultur sowie für Islamkunde ausbilden und diesen Aspekten auch einen festen Platz im Unterricht an Euren Schulen einräumen.

Islamischer Reliunterricht, ok. Türkischunterricht, auch ok. Aber was ist mit Kurdisch? Und wieso Lehrer für türkische Kultur? Es gibt ja auch keine Lehrer für englische Kultur, oder chinesische Kultur, oder gar deutsche Kultur, oder? Wenn „Ihr“ keinen Grund seht, in D. zu leben, außer den Arbeitsplätzen, ok. Wie gesagt, sehe ich ähnlich. Aber lasst das Gejammere.

Dies bedeutet allerdings zugleich, dass Ihr in den Beziehungen zur Türkei konsequent den Dialog mit der Opposition suchen und diese in ihrem Kampf gegen das Sultanat Erdoğans stärken müsst.

Erdowie, Erdowo, Erdowann. Die meisten von „uns“ arbeiten nicht im Außenministerium, aber ja, zu viel Schmusekurs mit Erdogan ist schlecht. Zu viel Ablehnung von Erdogan nehmen aber viele Türken persönlich und „müssen“ dann leider Erdogan wählen. Ist wie mit Putin und Trump. Achja, und ich fände es auch bedenklich, wenn einer von denen „konsequent“ den Dialog mit der deutschen Opposition suchen würde, weshalb ich mit dem Vorschlag etwas Bauchschmerzen habe (allerdings keine Ahnung, was genau „konsequent“ heißen soll, ist vllt. ganz harmlos). Ich habe aber Trump, Putin und Erdogan nicht gewählt. Beschwere Dich bitte bei denen, die das taten.

Also, jetzt doch nicht in die EU aufnehmen, ja?

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