Definitionsmacht

Was ist das eigentlich? Wer bestimmt, was Satire ist und was eine Beleidigung? Kann etwas zugleich Satire sein und eine Beleidigung? Oder schließt das eine das andere aus, gemäß Tucholsky: Satire darf alles?

Früher, in der Altsteinzeit, hatte der Homo Erectus auf seinem Campingplatz – gelegentlich schon mit Natursteinpflaster – eine Keule namens „Definitionsmacht“. Diese Keule war sehr begehrt, weil es pro Campingplatz immer nur eine gab, und wer sie hatte, durfte andere damit erschlagen. Was in der Altsteinzeit auch noch anders war als heute, ist, dass es in Europa Elefanten gab. Keine Mammuts, Elefanten. Und Affen (nein, nicht der Homo Erectus, Makaken). Harte Zeiten insgesamt. Dafür konnte man nicht nur seine Landsleute alle persönlich kennen, sondern theoretisch, von der Hirnkapazität her, alle anderen Artgenossen in ganz Europa. Oder Indien. Oder China. Versucht das mal heutzutage!

Aber wie ist das heute, in einer Welt, wo ein in einer Stadt ungefähr so viele Menschen leben wie früher auf einem ganzen „Kontinent“? Reichen die Definitionsmachtkeulen für alle? Oder werden sich alle Definitionsmachtkeulenbesitzer brutal gegenseitig erschlagen? Oder gibt es eine andere, weniger steinzeitliche Methode?

Die Antwort ist: Ja, ein Gericht. Man erhebe Klage wegen Verleumdung, übler Nachrede oder dergleichen mehr, und dann gibt es irgendwann ein Urteil, falls das Verfahren nicht abgewiesen wird.

Weil – sorry – ich nehme das Lied weiterhin als Satire wahr, wenn auch vllt. nicht gerade als ein Meisterwerk. Aber genauso, wie es als Satire schwach ist, ist es als Beleidigung auch eher low level.

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