Womansplaining zum Thema männliche Selbstbefriedigung

Ja, das gibt es, hier.

Ok, die NoFap-Bewegung finde ich in den exzessiveren Bereichen, wie sie Tante Wiki darstellt, auch überzogen. Dass in Zeiten allgemeiner Verfügbarkeit von Pornos im I-Net „Reizüberflutung“ ein Problem sein könnte – und nicht nur, weil Pornos nicht gerade Lehrfilme zum Thema Liebe, Sex und Zärtlichkeit sind – und dass es tatsächlich Männer geben könnte, die darauf reagieren, scheint Frau Reygers nicht klar zu sein. Warum würde man auf Selbstbefriedigung verzichten?

Um ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen, ist eine häufige Antwort unter NoFappern. Enthaltsamkeit helfe, um von den bösen Pornos wegzukommen. Die Antwort auf böse Pornos ist aber nicht, keine Pornos, sondern bessere, wie schon PorYes-Ikone Annie Sprinkle wusste.

Äh, nein. Oder jedenfalls nicht in diesem Zusammenhang. Die Antwort auf Übergewicht durch ungesundes Junkfood ist ja auch nicht gesundes Junkfood, sondern Diät. Irgendwie kann da jemand ihren feministischen Blickwinkel – sexpositiven Blickwinkel zwar, aber trotzdem – nicht ablegen. Es gibt offenbar Männer, die ihr Verhalten als Sucht bzw. Abhängigkeit empfinden. Ja, 50 Jahre nach Doktor Sommer. 120 Jahre nach dem 18. Jhd. und so. Meinetwegen mag man das als einen Sonderfall von I-Net-Sucht behandeln – würde man jemanden, der zu viel Candy-Crash zockt, dazu raten, sich doch lieber ein „besseres“ Game zu suchen, oder mehr dazu, was im Richtigen Leben zu tun? (Ausnahme sind vermutlich Leute, die zu viele Shooter spielen – niemand sagt denen: „Geht mal an die frische Luft und interagiert mit richtigen Menschen!“. Doofe Vorurteile!)

Die Idee, sich selbst heiße Gedanken zu machen, muss wohl  verloren gegangen sein. … Aber vielleicht ist es auch einfach zu viel Aufwand, mehr in die Lust an sich selbst zu investieren als in zwei Klicks im Internet.

Soweit ich Tante Wiki verstanden habe, gibt es einen „soft mode“, der genau DAS darstellt: heiße Gedanken statt Pornos. Aber hey, offenbar sind zwei Klicke im Internet auch für Frau Reygers zu viel Aufwand. 

Und naTÜRlich ist es der böse Kapitalismus, der will, dass man körperliche Impulse der geistigen Vernunft unterwirft, da geistige Vernunft viel leichter auf Werbung hereinfällt und Konsumgüter kauft als diese körperlichen Impulse immer. Äh, Moment, echt jetzt? Okeheee…

Sehr lustig fand ich auch, worum es ihrer Meinung nach eigentlich gehen sollte:

Da geht es doch erst mal darum, herauszufinden, wie der eigene Körper funktioniert, was Lust macht, was nicht, was mehr oder weniger Stimulation braucht. Darum, wie sich vielleicht der heikle Punkt, an dem der Orgasmus nicht mehr aufzuhalten ist, leichter umschiffen lässt und welche Beckenbewegungen welche Stoßtechniken bedingen.

Ja, genau. Wenn Frauen sich selbst befriedigen, machen die das ja auch nur, um Männern später mehr Spaß bereiten zu können. Ist klar.

Und die NoFapper sind natürlich völlig merkbefreit, denn

wer brav aufs Wichsen verzichtet, wirke männlicher und dadurch attraktiver auf Frauen, glauben sie.

Ja. Welche Frau auf der Welt findet Männer attraktiv, die eine Stunde oder mehr am Tag mit Pornos verbringen? Oder umgekehrt, wenn ein Mann die eine Stunde täglich, die er mit Pornoverzicht einspart, in die Partnersuche investiert (also nicht nur direkt darein, sondern auch in Frisur, Kleidung, gesundes Essen, eine Dusche…), würde ihn das nicht zumindest attraktiver und männlicher wirken lassen als Null? „Wichser“ ist nicht ganz ohne Grund eine Beleidigung.

Lasst es euch gesagt sein Jungs, nichts ist attraktiver für eine heterosexuelle Frau, als ein Mann, der seinen Körper kennt und weiß, was ihm Lust bereitet und was nicht.

Ähh, sorry, was wäre mit einem Mann, der schonmal Sex mit einer Frau hatte? Oder der sportlich ist? Gutaussehend? Frisch geduscht? Witzig? Frech, aber charmant? Süß, aber schüchtern? Durchschnittlich, aber wenigstens nicht komplett triebgesteuert? Werden alle diese Männer, oder meinetwegen hinreichend alten männlichen Jugendlichen, wirklich übertrumpft von ’nem Typen, der Ihnen, liebe Frau Reygers, genau mansplainen kann, wie Sie ihm am Besten einen runterholen, damit er das nicht schon wieder selber machen muss?

Ok, ich zitiere Sie bei Gelegenheit. Quengelstimme: „Aber Frau Reygers hat gesagt…“

3 Gedanken zu “Womansplaining zum Thema männliche Selbstbefriedigung

  1. > welche Beckenbewegungen welche Stoßtechniken bedingen

    Ich onaniere ja ab und zu, aber ganz ehrlich hab ich mir dabei nie _darüber_ Gedanken gemacht. Und jetzt, wo ich so drüber nachdenke, wüsste ich auch nicht, was das soll. Vor allem induzieren Stoßtechniken Beckenbewegungen; umgekehrt schreit das ja nun eher Peniswurzelbruch?!

    Die Frau ist cuntfusing.

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  2. Mal auf ein paar Bier und Nasen 50 MBit auslasten und gucken, ob die aktuelle Chrome Version auch erst bei 150 Tabs voll mit sich anscheißenden Lesben aufgibt ist schon irgendwie eine andere Dimension des Pornos als es das zu meiner Quellekatalogsdamenwäscheseiten Pubertät gab.

    Ich mein, man höre nur mal in die Texter bundespräsidential empfohlener Rapper herein, das ist ja heute alles in Reichweite Heranwichsender.

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