Happy Equal Gender Death Day

Gemäß dieses Artikels hier

beträgt der Anteil von Männern an tödlichen Arbeitsunfällen in Dänemark von 2010-15 rund 90%. Wenn man das genauer ausrechnet 200/219 = 0,913 oder 91,3 % (bei vier Toten unbekannten Geschlechtes). Bezogen aufs Jahr sind das 333,3333 Tage oder 11 Monate (nix neun von zehn: elf von zwölf!). Was das „Tarzansyndrom“ betrifft; offenbar gehört die Berufswahl bereits dazu. Die Dachdeckerinnen, die ich so kenne, kann ich an einer Hand abzählen und hätte noch Finger frei für die Gerüstbauerinnen. Und wie viele Menschen kennen die weibliche Form von „Zimmermann“ auswendig? Da die Bauberufe mit den meisten tödlichen Unfällen die mit den geringsten Frauenanteilen sind, soll man doch froh und dankbar für dieses „Tarzansyndrom“ sein. Sonst würde es ja niemand mehr machen. Und NEIN, ich behaupte NICHT, Männer verunglückten bei gleicher Qualifikation und gleichem Job häufiger als Frauen, wie das beim GPG oft behauptet wird; aber wenn nicht Frauen, sondern strukturelle Benachteiligung am GPG schuld sind, dann sind das dieselben Mechanismen und nicht die Männer, die Männer gefährliche Berufe fehlen lassen. Stichwort „Irrtum der freien Willensentscheidung„. Oder die ganzen Zimmerleute, Dachdecker, Fischer, Förster usw. sind doch für ihr Leben selbst verantwortlich, aber dann sind es die Krankenschwestern, Kindergärtnerinnen und Altenpflegerinnen auch.

Gemäß dieser Drucksache hier (S. 6 unten), sind hierzulande 2012-16 3084 Menschen bei Arbeitsunfällen gestorben, davon 2771 Männer, also 100*2771/3087 = 89,9% mit glücklicherweise fallender Tendenz. Glücklicherweise, weil die Anzahl der Unfälle bei Männern UND die absolute Anzahl sinkt, nicht, weil mehr Frauen verunglückten.

Aber hey, beim Gender Pay Gap wird ja auch geflunkert (z.B. lässt man den öffentlichen Dienst einfach mal weg), also nehme ich diesen Tag hier trotzdem. (Und wegen Feiertagen und so stimmt das eh nicht ganz.) Wenn Männer also nur solange arbeiten müssten, dass sie noch dieselbe Chance hätten, ihre Rente zu erleben (und von Arbeitsunfähigkeit und Berufskrankheiten rede ich gar nicht) wie Frauen, wäre heute, am 30. November, der Tag, an dem sie anfangen würden zu arbeiten, nicht aufhören. Silvester hätten sie schon aufgeholt. Und das war früher schlimmer.

Hurra. In einer Welt ohne geschlechtsspezifischer Ungleichheit wäre die Zahl der tödlichen oder sonstigen Unfälle bei beiden Geschlechtern natürlich gleich. Ich verspreche, sobald das umgesetzt ist, kümmere ich mich um die anderen Probleme der ausstehendenden Gleichberechtigung. Falls ich dann noch lebe.

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