Nichts – was im Leben wichtig ist: Pierre Anthons Philosoph-fails

Ja, ich habe das über mehrere Beiträge verteilt, um mir auch selbst etwas Struktur zu geben.

Weil eine einigermaßen produktive Diskussion in diesem Buch ja leider nicht zustande kommt #nichtswasimlebenwichtigist #schullektüre #deutschuntericht #ethikuntericht #philosophieuntericht #buchbesprechung hier ein paar von Pierre Anthons Zitate und Gedanken sowie meine Entgegnungen. Ein paar davon basieren auf meinen Erfahrungen als Erwachsener, aber nicht alle. Außerdem ist mir klar, das es für die meisten meiner Gegenargumente auch Gegengegenargumente gibt, aber, wie gesagt, dieses gewollte Schema: „Pierre Anthon sagt etwas – alle anderen gucken dumm.“ ärgert mich mehr als alles andere in dem Buch. Hier kommen jetzt erstmal nur die ehrlichen Diskussionsmöglichkeiten, die fiesen Tricks gibt’s übermorgen. Generell, liebe Kinder, wenn ihr von einem philosophisch angehauchten Mitschüler genervt seid, gebt kontra und stellt Fragen: „Was meinst Du mit Bedeutung? Ist das dasselbe wie ‚Sinn‘? Wenn nicht, gibt es wenigstens Sinn, wenn es schon keine Bedeutung gibt?“ Oder allgemein, hinterfragt die Prämissen und Definitionen. Wozu Definitionen wichtig sind? Ganz einfach, um zu verhindern, dass er oder sie die Torpfosten später verschiebt und sagt, soe habe etwas völlig anderes gemeint. Weiterhin lebt Ihr nicht mehr in den Neunzigern wie die Klasse in Nichts, also googelt. Dreitausend Jahre Philosophie sind in Googel-Reichweite; meintet Ihr, Pierre Anthon oder sonstwer hätte einen Gedanken, den nie ein Mensch zuvor gedacht hat? Pierre Anthon hat verloren, wenn er entweder zugeben muss, dass mindestens eine Sache Bedeutung hat oder er bei einem Widerspruch oder einer Unwahrheit ertappt wird. Und ansonsten, da Ihr hier gelandet seid, statt beim Plato-Server, meine Gläser Senf:

Nichts bedeutet irgendwas. Das weiß ich schon lange. Deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun. Das habe ich gerade herausgefunden.

Und dann packt er seine Schulsachen wieder ein. Obwohl die keine Bedeutung haben. Sehr konsequent.

Später bewirft er die Kinder, aber nicht mit Absicht, sondern der Zufall wolle es halt so, wenn einige Pflaumen Kinder treffen. Wenn nichts wert ist, getan zu werden, gehört natürlich schon das Werfen selbst dazu. Und, natürlich, ist reden auch eine Tätigkeit. Indem er redet und mit Pflaumen wirft, widerspricht er seiner eigenen Behauptung. Außerdem war das mit dem Zufall sehr wahrscheinlich eine Lüge.

Alles ist egal.

Wenn alles egal ist, kann man machen, was man will, ohne sich vor Pierre Anthon oder sonstwem rechtfertigen zu müssen. (Und das, liebe Kinder, ist mein Hauptkritikpunkt an der Figur als solcher – sie triezt andere, obwohl das nicht im Einklang mit ihrer Philosophie als solcher steht. Alle anderen Punkte mag man mal auflösen, aber dies ist ein grundsätzlicher Widerspruch, der eben nur Sinn ergibt, wenn Pierre Anthon das alles nicht glaubt und die anderen einfach nur fertig machen will. Philosophie als Munition für Halbstarke. Geil, oder?)

In dem Moment, in dem ihr geboren werden, fangt ihr an zu sterben.

Nein. Das Sterben beginnt mit der Zeugung, denn manche erleben ihre Geburt nicht. Aber wer hat behauptet, die Endlichkeit des menschlichen Daseins mache dieses bedeutungslos? Man könnte im Gegenteil sogar argumentieren, dass Ressourcen wie Lebenszeit umso wichtiger und wertvoller sind, je begrenzter sie sind. Ja, Pierre Anthon macht sich nichts aus Angebot und Nachfrage. Sein Argument hier ist trotzdem sinnlos.

Das Leben ist die Mühe überhaut nicht wert.

Welche Mühe?

Das ganze ist nicht weiter als ein Spiel, … so zu tun, als ob – und … dabei der Beste zu sein.

Oder die Beste, hallo? Wenn es ein Spiel ist, kann es nicht allzuviel Mühe sein. Widerspruch.

Ich gaffe nicht in die Luft. Ich schaue in den Himmel und übe mich darin, nichts zu tun.

Und dennoch redest Du. Offenbar hat es Bedeutung für Dich, Dich zu rechtfertigen. Widerspruch.

Wenn es etwas gibt, worüber es sich lohnt, sich zu ärgern, gibt es auch etwas, worüber es sich lohnt, sich zu freuen.

Nein, wieso? Vllt. lohnt sich nur Ärger, aber keine Freude. Oder umgekehrt.

Wenn es etwas gibt, worüber es sich lohnt, sich zu freuen, gibt es auch etwas, das etwas bedeutet. Aber das gibt es nicht.

Kann ja sein, aber das ist jetzt ein Zirkelschluss.

In wenigen Jahren seid Ihr tot und vergessen und nichts, also könnt Ihr sofort damit anfangen, Euch darin zu üben.

Frei nach Conans Chronisten: Friede! Im Grab ist Zeit genug dafür! Ansonsten braucht man keine Übung darin, tot zu sein. Und, auch wenn’s im Nachhinein zynisch klingt, hat Pierre Anthon den Kindern gerade nahegelegt, sich umzubringen? Es kommt mir fast so vor. Wenn man mit philosophischen Argumenten nicht weiter kommt, wäre das Jugendamt hier der geeignete Ansprechpartner. Aber das gibt es ja auch nicht…

Auf den Vorwurf hin, Pierre Anthons Vater stecke in den 68ern fest:

Mein Vater steckt in gar nichts fest.

Ja, Pierre Anthon, aber Dein Vater ist zur Schule gegangen um den Beruf zu erlernen, den er jetzt ausübt, und mit dem er Deine Kleidung, Deine Wohnung, Dein Essen und Trinken und Strom und Heizung und Telefon bezahlt. Kritisierst Du auch Deinen Vater, der genau das machte und macht, was die anderen machen und machen wollen? Wenn ja, wäre ich super neugierig, wie er darauf antwortet. Wenn nicht, würde mich Deine Begründung für diese offensichtliche Doppelmoral interessieren. Beißt man nicht die Hand, die einem zu Fressen gibt, oder bist Du bloß jemand, der gerne Kinder trollt?

Ich sitze im Nichts. Und besser im Nichts sitzen als in etwas, was nichts ist.

Non sequitur. Wenn nichts wichtig ist, machen unterschiedliche Formen von Nichts keinen Unterschied. Du willst Dich ja nur wichtig machen.

Falls Ihr achtzig werdet, werdet Ihr alleine 30 Jahre damit verbracht haben zu schlafen…und da ihr später mindestens zwölf Jahre damit verbringen werdet, sauber zu machen, Essen zu kochen und Euch um die Kinder zu kümmern, bleiben Euch höchstens neun Jahre um zu leben. 

Ja, Pierre Anthon, gute Nachrichten für Dich. Wenn Du keinen Schulabschluss kriegst, wird Dein Job eher nicht besonders gut bezahlt sein, weshalb es Dir eher sehr schwer fallen wird, eine Familie zu gründen, weshalb Du mehr als nur neun Jahre zum Leben haben wirst, denn „sich um die Kinder kümmern“ fällt weg für Dich. Falls Du achtzig werden solltest, keine Ahnung, wie gut das dänische Gesundheitssystem in diesem „‚verse“ ist. Weiß Dein Vater übrigens, dass „sich um die Kinder kümmern“ nicht zum „Leben“ dazugehört? Hach, ich wäre ja so gerne Mäuschen bei Euch zu hause am Esstisch…

Warum tun alle so, als sei alles, was nicht wichtig ist, sehr wichtig…

All die vielen Geisterfahrer immer…

…während sie gleichzeitig … so …tun, als wenn das wirklich Wichtige überhaupt nicht wichtig ist?

Triviale Antwort: die setzen andere Prioritäten als Du. Aber, wenn es etwas „wirklich Wichtiges“ gibt, hat das Bedeutung. Und wenn es Bedeutung hast, bist Du widerlegt. Buch vorbei.

Ich frage mich, warum es so wichtig ist, sich fürs Essen zu bedanken…

Für das Essen, mit dem Du gerade um Dich wirfst? Von einem Baum, den Du nicht gepflanzt hast? Oder für das Essen, was Dir Dein Vater bezahlt von Geld, was er erwirtschaftet, anstatt von einem Baum mit Pflaumen um sich zu werfen, die jemand anderes gerne essen wollte? Ja, offenbar hat Dein Vater Dich auch so lieb. Brauchst nicht Danke sagen. Schön für Dich, was?

Wenn nichts etwas bedeutet, ist besser nichts zu tun als etwas zu tun. Besonders, wenn dieses Etwas darin besteht, Steine zu schmeißen, weil man sich nicht traut, in Bäume zu klettern.

Die Prämisse ist zwar nach wie vor unbewiesen, aber ja, Steine tun mehr weh als Pflaumen, andererseits, da Deine materielle Existenz gesichert ist, ist es etwas billig, so zu tun, als „lohne“ es sich nicht, für die eigene Existenz zu arbeiten. Ansonsten: dass Du der Stärkste in der Klasse bist, beweist nicht, dass du Recht hast. Das die anderen nicht schwindelfrei sind, beweist nicht, dass die Unrecht haben. Und nur, weil Deine Gegner dumme feige kleine Arschlöcher sind, beweist das noch lange nicht, dass Du klug, mutig, groß und/oder kein Arschloch bist.

Und selbst, wenn Ihr etwas lernt, damit Ihr glaubt, Ihr könntet etwas, ist immer jemand da, der das besser kann als Ihr.

Vermutlich schon, aber nicht immer. Es ist möglich, tatsächlich die oder der beste in irgendwas zu sein. Außerdem reicht es vielen Menschen, GUT in etwas zu sein, ohne gleich in Superlativen zu schwelgen. Ein bedeutender Künstler ist nicht notwendigerweise DER bedeutendste Künstler. Der Rant über Agnes mutmaßliche Designer-Karriere tippe ich jetzt nicht ab. Selbst, wenn dieser spezielle Beruf sinnlos wäre, gilt das nur für diesen. Was Pierre Anthon zu Computerfirmenmitarbeitern bspw. sagt, wird nie erklärt.

Warum sich nicht sofort eingestehen, dass nichts etwas bedeutet, und dann das Nichts, das ist, genießen?

Waheil, lieber Pierre Anthon, man von Nichts nicht satt wird? Nicht warm wird? Keine Medikamente bekommt? Weil das Nichts Dich nicht liebt, Dich nicht tröstet, wenn Du einen Stein an den Kopf kriegst, oder „Deinen“ Pflaumenbaum gepflanzt hat? Weil das Nichts – es tut mir leid, es Dir sagen zu müssen – auch extrem öde, langweilig und ungenießbar ist? Nur so als Diskussionsvorlage, wenn Du gegenteilige Vermutungen hast, erleuchte mich mit Deiner Weisheit.

Man geht in die Schule, um eine Arbeit zu bekommen, und man arbeitet, damit man freihaben kann. Warum nicht gleich freihaben?

Ok, lieber skandinavischstämmiger Junge, wenn Du schon Pippi Langstrumpf paraphrasierst, hier ist die Antwort: man geht in die Schule, um Ferien zu haben. Arbeiten geht man, um das Geld zu verdienen, was man in seiner Freizeit verbraten kann. Und das ist der Grund, warum „gleich freihaben“ nur funzt, wenn Du genug Obstbäume hast, von denen das ganze Jahr über immer ein paar so viele reife Früchte tragen, dass Du von ihnen leben kannst, ohne welche einkochen zu müssen. Das ist zufällig auch die Beschreibung des Paradieses. Du lebst aber nicht im Paradies, sondern in Dänemark, und zwar in einem düsteren, dystopischen Dänemark, und DAS ist der Grund, warum Leute Arbeiten gehen. Gern geschehen.

Was wollt Ihr Mädchen eigentlich mit einem Freund?

Irgendwer muss ja die Typen verkloppen, die das Mädchen ärgern. Und Sachen schleppen. Und Sex. Männer sind vielseitig verwendbar.

Erst verliebt man sich, dann geht man miteinander, dann hört die Verliebtheit auf, und dann trennt man sich wieder.

Hmm, das klingt wie etwas, was ein Typ mit Liebeskummer in irgendeiner Bar irgendwelchen Fremden erzählt. Wie alt bist Du eigentlich?

Und so geht es … so lange, bis Ihr die Wiederholung so satt habt, dass Ihr so tut, als sei er, der gerade in der Nähe ist, derjenige welche.

Erstmal, DU kennst nicht annähernd genug Frauen, um dazu eine abschließende Meinung gebildet haben zu können. Wenn Du denkst, dass Du das könntest, dann bist Du sehr im Irrtum und SEHR von Dir eingenommen. Wenn Deine Schriftstellerin dazu eine Meinung hat, die sie Dir in den Mund legt, sorry, das wirkt sehr abwegig. Du kennst an weiblichen Wesen anscheinend Deine Mutter und Sophie. Hat Deine Mutter so Deinen Vater getroffen? Ich würde ja so gerne wissen, wie Du Dich mit Deinen Eltern so verstehst! So.

Dass Ihr dazu Lust habt!

Ach, weißte, selbst die Frauen, die sich tatsächlich so verhalten, sind Dir keine Rechenschaft schuldig. Denn Frauen haben für Dich ja keine Bedeutung, oder sonst müsstest Du jetzt zugeben, Dich geirrt zu haben, also wirst Du nie in die Situation kommen, dass irgendeine Dich für „denjenigen, welchen“ hält oder so tut als ob. Was schert es Dich also? Außerdem, denkst Du über Männer auch so? Das wäre ja sonst sexistisch.

Das Gehirn und die DNS von Schimpansen sind fast identisch mit unseren!

Ja, aber ein Schimpanse würde die Pflaumen essen und dann mit seinen Exkrementen werfen. Dieser effektivere Ressourcenensatz macht ihn dann zum Dir logisch überlegenen Denker. Andererseits hätte eine Klasse voller Schimpansen Dich schon lange vom Baum geholt und umgebracht. Von daher warst Du fast der Gewinner der Evolution.

Das beste, was wir für die Zukunft der Erde tun können, ist sterben.

Das würde bedeuten, dass die Erde Bedeutung hätte. Hat sie aber nicht. Oder das Buch ist vorbei. Ansonsten, kann es sein, dass Du gerade schon wieder Deiner Klasse den Tod gewünscht hast? Nur mal so.

Ein schlechter Geruch ist genauso gut wie ein guter Geruch!

Mein innerer Schimpanse sieht das anders. Schlechte Gerüche zeigen ungenießbare Nahrung an und generell schädliche Bakterien. Ja, dabei entsteht was neues. Geh bitte trotzdem Duschen!

Ok, den Teil, wo die anderen Kinder Pierre Anthon den Berd der Begeutung zeigen wollen, und er sich weigert, habe ich schon kommentiert. Aber es gibt tiefsinnige Aussagen, als er kommt, um seine alte Klasse nochmal so richtig fertigzumachen, die sich gerade übel gegenseitig verprügelt halt. (Was natürlich auch niemals Konsequenzen haben wird. Ausgeschlagene Zähne, ein halb abgerissenes Ohr, nichts auffälliges – ein typischer Tag im Leben von Kindern in dem Höllenloch namens Dänemark. Ich denke, der Nachahmungseffekt ist eher gering, aber wieso das jemand nicht als Schullektüre haben wollte, Frau Teller, ernsthaft, die Frage?)

Ihr seid ein solcher Haufen Idioten!

Ok, Geste der vollinhaltlichen Zustimmung. Endlich sagt’s mal jemand.

Wenn nichts irgendetwas bedeutet… gibt es auch nichts, um sich deshalb zu prügeln.

Ja, aber Du hast die anderen am Anfang des Buches doch selbst aggressiv angegangen. Wenn nichts etwas bedeutet, wieso hast Du mit Pflaumen geworfen?

Das ist also die Bedeutung! Und deshalb habt Ihr sie verkauft? Wenn dieser Misthaufen jemals Bedeutung hatte, war damit an dem Tag Schluss, als Ihr dafür eine Bezahlung angenommen habt!

Jein. Wenn der Misthaufen Bedeutung für das Moma hat – und das scheint ja so zu sein – dann hat der Haufen Bedeutung. Für das Moma. Die Aussage war, dass es gar keine Bedeutung gibt. Dass es nur für die Kinder keine Bedeutung gäbe, ist eine Einschränkung, die Pierre Anthon erst jetzt aufgebracht hat. „Den Torpfosten verschieben“ nennt man das. Nebenbei könnte man auch noch einwenden, dass Teile des Haufens Symbole für etwas sind, was noch da ist, und man hat in dem Fall nur das Symbol verkauft. Klingt philosophisch? Ok, Beispiel: Wenn man einen Hamster erfrieren lässt oder einen Hund umbringt, sind diese Tiere tot, aber Hussein z.B. hört ohne Gebetsteppich nicht auf, Moslem zu sein, denn im Islam legt man eigentlich Wert darauf, sich und seinen Glauben nicht allzusehr an Materielles zu verhaften wie Gebetsteppiche. Auch wenn Husseins Vater das anders sieht. Aber wer hat den denn zu einem beispielhaften Moslem erklärt?

Wenn das da wirklich etwas bedeutet hat, dann hättet Ihr das doch wohl nicht verkauft!

Waaaßßß? Soll das etwa heißen, dass Geld keine Bedeutung hat? Aber ja, Du hast Recht, normalerweise würde man nichts von Bedeutung veräußern, aber diese Kinder sind leider sehr, sehr doof. Das ist der Hauptgrund, dass Du diese Diskussion überhaupt „gewonnen“ hast (yayhey): weil Deine Autorin Dich nicht schlauer schreiben konnte, mussten Deine Gegner dümmer sein. Außerdem hatte die Polizei den Haufen nicht schon längst aufgelöst. Keiner außerhalb der Klasse hat Ansprüche auf dieses „Kunstprojekt“ gestellt. Und niemand hat die Schlange oder sonstwas zurückgefordert, weil genau dieses Ende dieses Buches mit diesem Szenario und einem bis jetzt intakten, aber verkauften, Haufen Krempel so geplant ist, um eine Botschaft zu vermitteln, oder um ein bisschen Folterporno in ein existenzialistisches Jugendbuch einzubauen. Oder beides. Also, deshalb bist Du nur von hirnbefreiten Kindern und Erwachsenen umgeben, wie in der Zombieapokalypse, und so ergibt Dein Tod zumindest einen Sinn. Und siehe es positiv, Deine Asche düngt irgendwelche Friedhofsblumen. Was Dir aber natürlich nichts bedeutet. Achja, nebenbei sagst Du zu Sophie – einem Vergewaltigungsopfer, aber das checkst Du wohl nicht (wobei ich jetzt nicht weiß, ob Teller das gecheckt hat) – dass sie sich verkauft habe, weil sie Sex hatte. Das IST Victimblaming, wenn ich jemals welches gesehen habe. Ich frage mich inzwischen ernsthaft, ob es in diesem Buch überhaupt sympathische Menschen gibt.

Das „wichtigste“ Zitat kommt natürlich zum Schluss. Es wäre natürlich zu ironisch, wenn Pierre Anthon plötzlich „Bedeutung“ hätte, was? Natürlich.

Wenn Sterben so leicht ist, dann deshalb, weil der Tod keine Bedeutung hat.

Sterben sei leicht? Sagt wer jetzt? Die, die das beurteilen könnten, schweigen wie ihre Gräber.

Und wenn der Tod keine Bedeutung hat, dann deshalb, weil das Leben keine Bedeutung hat.

Naja, da ich schon die Prämisse nicht glaube, halte ich die Konsequenz auch für falsch. Ich sehe außerdem keinen Zusammenhang zwischen leichten und unbedeutenden Dingen einerseits und bedeutenden und schwierigen Dingen andererseits. Könnte es sein, dass diese Sprüche einfach nur Sprüche sind, die Du raushaust, weil keiner sie hinterfragt?

Apropos: Ich würde gerne mal Deinen Vater fragen, ob Dein Tod keine Bedeutung für ihn hatte. Wenn er sagte: „Doch!“ oder „Natürlich, Sie verdammter Idiot!“, wäre das nicht der Beweis, dass auch Dein Leben Bedeutung hatte? Du Idiot.

Aber amüsiert Euch gut!

Spaß hat keine Bedeutung. Es geht im Leben einzig darum, auf möglichst vielen Bäumen zu sitzen und möglichst viele Leute zu trollen. Weiß man doch.

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