ST Discovery – die 5-Minuten-Kritik

Ich habe, sofern ich über die dritte Staffel nichts grundsätzlich anderes höre, wenig Lust, mir Star Trek Discovery, aka STD, aka Disco anzusehen. Einen Teil möchte ich an Probegucken meinerseits festmachen, einen Teil an YouTube-Beiträgen, die das Gute an Disco zeigen wollen, mich aber mehr abschrecken.

Jedenfalls gibt es die tolle Szene, wo der Captain(w) und 1. Offizier(w) der USS Shenzhou durch eine Wüste laufen, und es sieht wunderschön aus. Sie sind auf einer Außenmission, und am Ende bricht ihr Schiff durch die Wolken, um sie abzuholen, die ST-Fanfare erklingt, und dann wechselt die Szene, um das Star-Trek-Logo zu zeigen. Alles super. Aber, wenn man drüber nachdenkt, passt das alles nicht. Die ganze Szene ist nicht halb so schlau, wie sie hoffentlich gedacht war.

  1. das ganze bricht die Oberste Direktive. Ok, das kommt öfters vor.
  2. Captain und Erster Offizier und sonst niemand auf eine Außenmission?
  3. die darin besteht, einen Brunnen in Gang zu setzen, der anscheinend der einzige auf dem ganzen Planeten ist. Jedenfalls hängt das Überleben der Einheimischen über die nächsten 1.000 Stunden hinaus davon ab.
  4. von diesem einen Brunnen, weil sie keinen neuen graben können.
  5. auf dem Weg sehen sie eine Sturmfront, und Michael(w) Burnham schätzt die Ankunftzeit auf die Sekunde genau (anstelle das Schiff im Orbit zu Rate zu ziehen)
  6. nachdem sie den Brunnen aufgeschossen haben – die Wassereffekte sind nicht ganz so schön wie der Rest – bemerken sie, dass a.) der Funkkontakt zum Schiff nicht mehr funktioniert, weshalb man sie b.) nicht mehr hochbeamen kann, weil c.) der Sturm schneller kommt als gedacht, was zu der Frage führt, warum die
  7. nicht direkt zum Brunnen gebeamt wurden? Spart Zeit bis zum Eintreffen des Sturmes, den man vom Orbit aus schon viel früher gesehen haben sollte.
  8. Captain Georgiou läuft mit ihrem 1O durch den Dünenteil der Wüste, ohne ihr zu sagen was sie vorhat, was die damit kommentiert, dass man ohne Sterne nicht navigieren kann (und ohne GPS), was wiederum zur Frage führt:
  9. wussten die nicht von Anfang an, wo der Brunnen ist? Die haben doch nicht den Planeten zu Fuß abgesucht? Und warum fällt
  10. der Besatzung nicht sofort auf, dass der Funkkontakt abgebrochen ist? Achja und
  11. sagt Micheal, dass man mit dem bloßen Auge vom Orbit aus niemanden auf der Oberfläche sehen kann. Ja, aber die haben ein Teleskop. Und Scanner und Hightech und so, aber, vor allem, ein Teleskop. Wie sonst wussten sie sonst von dem Brunnen?
  12. hat der(w) Captain den schlauen Plan, das Sternenflottenwappen in den Sand zu trampeln. Ok. Wie hat die das, ohne navigieren zu können, so gut geschafft?
  13. Und warum hat sie einfach „vertrauen Sie mir“ gesagt, anstatt: „Wir machen folgendes: …“?

Denkfehler gab es bei ST schon immer, aber so viele, direkt in einer Szene, die zwei Hauptfiguren einführen soll, ist schon etwas heftig. Und ja, mir ist klar, das die Szene nicht direkt Lebensgefahr suggerieren soll, sondern mehr die Vorlage zu den Dialogen über: „Was würden Sie machen, wenn sie hier festsäßen?“, aber es ist suboptimal.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s