Feminismus, Krieg und Spiele

Diskussionen um Frauen in Computerspielen über den 2.WK gibt’s nicht nur beo CoD, sondern auch beim Konkurrenzprodukt Battlefield V von EA.

Eine Frau im Trailer, ohne Helm, aber mit Armprothese, und Kriegsbemalung. Piktischer Kriegsbemalung.

Jaa, womit anfangen? SO lief damals niemand herum. Und ja, nicht alles in Computerspielen realistisch, aber wenn es einem gar nicht um den 2. WK geht, warum nicht gleich ein Steampunk-, Dieselpunk- oder sonstiges Szenario nehmen?

EAs Oberkreativer, Söderlund, wurde dazu befragt, und gibt ein Gespräch mit seiner Tochter wieder,

…die all die Kritik rund um den Trailer nicht verstehen konnte. In Fortnite könne sie auch eine Frau spielen und sie versteht nicht, warum die Leute wegen der Thematik so unglücklich sind.

Aaalso, da gibt es verschiedene Antworten an seine Tochter:

  • im 2.WK waren Frauen in der privilegierten Situation, sich nicht den Arm abschießen lassen zu müssen; wenn ihr Vater oder sonstwer ihr erzählt, dass dieses Privileg in Wahrheit eine Abwertung sei, ist er auf dieselbe Verarsche hereingefallen, die Männern seit Jahrtausenden erzählt wird.
  • Fortnite ist ein (oder DER) Battle-Royal-Titel. Gleichberechtigung ist bei BR seit jeher Tradition.
  • ich habe noch nie von jemanden gehört, der Fortnite für realistisch hält.
  • ich habe allerdings von Leuten gehört, denen Fortnite zu unrealistisch ist.
  • ich bezweifle, dass irgendwer ernsthaft einer Dreizehnjährigen verbieten will, Fortnite zu spielen,
  • und Battlefield V ist ab sechzehn.

Soweit der erzieherische Umgang mit dem Thema.

Mögliche Antworten auf die Fans wären:

  • es gab Frauen im 2.WK, und im Single-Modus wird eine Geschichte von diesen Frauen handeln, die kommen in einem anderen Trailer
  • es gab übrigens auch Schwarze im 2.WK, und auch von denen wird eine Geschichte handeln, nur kamen die in einem anderen Trailer, und nicht aufs Cover
  • im Multiplayer kann man spielen, wen man lustig ist,
  • auch Nachtelfen-Steampunk-Scharfschützen und asexuelle Trolle
  • die Prothese war ein Versehen, und den Helm hatte die Rothaarige aus dem Trailer schon irgendwo verloren

Die tatsächliche Antwort war:

„Entweder ihr akzeptiert es, oder ihr kauft das Spiel nicht. Ich kann mit beidem Leben.“

Möglicherweise gibt es mehr Gamer, die Wert auf mehr historische Genauigkeit als starke Frauenfiguren legten, als umgekehrt. Jedenfalls passierte das.

Und Söderlund schien auch nicht mehr allzuviel Lust zu haben.

Moral von der Geschichte: wenn man zeigen will, wie die Welt, die Gesellschaft oder der Frauenanteil bei den Streitkräften aussehen sollte, sollte man das machen, indem man die ZUKUNFT zeigt. Oder eine Parallelwelt.

Wenn man die Welt darstellen will, wie sie ist oder war, sollte man das möglichst authentisch machen, und keine kosmetischen Trostpflaster anbringen, wie z.B. eine höhere Frauenquote. Samt Postergirl auf dem Titel.

Oder, noch einfacher, man kann seinen Kunden keine Lektion erteilen, die diese nicht hören wollen.

 

 

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s