Wie halt ich’s mit dem Feminismus

Hier gibt’s das Kontrastprogramm.

 1. Welche große Errungenschaft der letzten Welle des Feminismus empfindest Du als wichtig? Welche als überzogen?

Einführung des Frauenwahlrechts in Saudi-Arabien. Herzlichen Glückwunsch. Bei Frauenquoten habe ich Einwände, die ich hier mal angeführt habe. Spätestens bei Wählerlisten – aber dazu mal woanders mehr – ist die Überzogenheit an der Schmerzgrenze.

2. Welche feministische Forderung (z. B. einer politischen Partei) der letzten 10 Jahre hättest Du auch noch aus heutiger Sicht voll und ganz unterstützen können?

Die Einführung des Frauenwahlrechtes in Saudi-Arabien.

3. Welche aktuellen feministischen Forderungen findest Du richtig? Gibt es etwas das der Feminismus Deiner Meinung nach noch für Frauen fordern sollte/könnte und was natürlich für Dich gerechtfertigt ist?

7% MWST auf Monatshygiene fände ich ok. Und eine allg. Dienstpflicht, meinetwegen mit freier Wahl, ob man zum Bund geht, ins Altersheim oder im Umweltschutz arbeitet. Schwangere und Leute mit Kindern werden natürlich freigestellt.

4.a Mit welcher bekannten Feministin glaubst Du, könntest Du ein Bier trinken gehen und Dich mit ihr zivilisiert über Männerpolitik zu unterhalten?

Woher soll ich das wissen? Mal abgesehen davon, dass ich nicht gerne Bier trinke, und noch mal davon abgesehen, dass ich „Bier“, „zivilisierte Unterhaltungen“ und „Politik“ schön getrennt halten würde, egal, was das genaue Thema ist.

4.b Mit welcher Feministin könntest Du das garantiert nicht? Ein Beispiel reicht, gerne aber auch mehr.

Ebenso keinen Plan. Aus diesen Gründen ist meine Antwort: Ich wüsste keine bekannte oder unbekanntere Feministin, bei der ich das versuchen würde. Ich will aber bei keiner ausschließen, dass das grundsätzlich doch ginge.

5. Gibt es feministische Gruppe die Du, evtl. auch nur in Teilen, unterstützen könntest?

In Teilen könnte ich fast jede Gruppe fast jeder Bewegung unterstützen. Wenn die Teile klein genug sind. Die letzte wichtige Gesetzesänderung in D., die maßgeblich vom Feminismus geprägt wurde und bei der ich sage: „Gute Sache.“ ist die Gleichstellung von Vergewaltigung innerhalb und außerhalb der Ehe; nicht, weil Vergewaltigung in der Ehe vorher „erlaubt“ war, aber sie war irgendwie und unlogischerweise mit Nötigung und Körperverletzung zusammengefasst. „Ehe für alle“ hat die Chance vergeben, die Vorteile einer Ehe zu reduzieren, anstatt sie auszuweiten. Aber schön, wenn Homosexualität jetzt zumindest vom Gesetzgeber aus akzeptiert wird. Und natürlich die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht. Achnee…

6. Was ist Deiner Meinung nach der größte Fehler des Feminismus gewesen?

Die Tendenz, auch solche Dinge per Gesetz lösen zu wollen, die nicht per Gesetz geregelt werden können (oder nur mit ganz massiven Eingriffen in die freie Berufswahl, Tariffreiheit und anderen Freiheitsrechten); bspw., Frauen arbeiten eher in Pflegeberufen, Männer eher in der Industrie, letztere zahlt besser, z.T. deutlich besser. Jetzt sehe ich ja ein, dass Frauen in der Pflege gerne soviel verdienen wollen wie Männer bei BMW, aber wie soll das ein Gesetz lösen?

7. Welche Änderungen im Feminismus würdest Du vornehmen, damit er für Dich „akzeptabler“ erscheint?

Die obigen Punkte. Alternativ könnte „der“ Feminismus auch einfach sagen, dass er eine Interessenvertretung von Frauen für Frauen sei, so dass er mir keine Vorwürfe macht, wenn ich da nicht mitmache.

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