Farbenblindheit an der falschen Stelle

Zum Thema Rassismus noch mal:

Die Redensart von „Ich sehe keine Hautfarbe“ sollte man wirklich nur als Metapher verwenden, oder gar nicht.

Als ich zuerst von dieser Geschichte hörte, dachte ich, der Mann wäre mit einem anderen Syrer namens Ahmed A. verwechselt worden, was schlimm genug gewesen wäre.

Aber nein, der Mann, mit dem man ihn angeblich „verwechselt“ hatte, war aus Mali und sah anders aus. Dass der Mann aus Mali auch gar nicht wirklich Ahmed A. heißt, macht die Sache auch nicht besser, aber der Hauptkritikpunkt ist jetzt, dass der angebliche und der echte Gesuchte sich nicht ähnlich sahen. So gar nicht. (Irgendwie kommt mir das weniger wie unglückliche Verwechselung vor, sondern mehr wie eine doof gefälschte Alibi-Schutzbehauptung. Dümmer, als die Polizei erlaubt. Also, anderen Leuten erlaubt.)

Wie wollen die das dem Staatsanwalt erklären, wenn’s denn mal endlich zu einem Prozess kommt? „Wie konnten Sie die beiden verwechseln?“ – „Ach, diese Achmets sehen doch eh‘ alle gleich aus!“ – „Der eine war weiß und der andere schwarz!“ – „Ich sehe keine Hautfarben, das wäre doch rassistisch.“

Und da hat Vanessa Vu recht: diese Art von nicht-metaphorischer Farbenblindheit IST rassistisch.

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