Fragen an BERÜHMTE Männer

Hier werden Fragen gestellt, die leider in Interviews irgendwie nie an Männer, aber gerne oft an Frauen gestellt werden. Das ist in der Tat ein Manko; leider bin ich nicht berühmt, was mich natürlich nicht davon abhält, davon zu träumen:

 Die folgenden Fragen sind für männliche Gesprächspartner formuliert. Frauen wie immer mitgemeint.

Die Fragen sind offenbar individualisiert, aber hey! Ironie! Sarkasmus! Satire!

Einstieg

(Wichtig: ausführliche Beschreibung des Äußeren mit Analyse, doppelwichtig: das Alter mehrfach erwähnen, in einen Kontext setzen.)

Beispiele:

  • Für sein Alter (46!!) sieht X immer noch unglaublich jugendlich aus. Was sofort auffällt, sind sein verschmitztes Lächeln und seine freche Art. Oder:

Oder gar nichts. Ich sehe  natürlich unglaublich jugendlich total altersangemessen aus, aber ich bin auch noch keine 46. Und ich habe immer eine Brille auf, nicht nur zum Lesen.

Fragen

(Immer erst eine Behaglichkeit aufbauen, um danach investigativ zu werden.)

Beispiel:
Schönes Wetter heute, apropos:

Smalltalk, um aufzulockern, ist jetzt eigentlich ganz normal, aber davon mal ab:

  • Haben Sie Angst vor dem Älterwerden? – „Nö.“
  • Haben Sie es bereut, nie Kinder gehabt zu haben? – „Was nicht ist, kann ja noch werden.“ oder „Notfalls adoptiere ich welche.“
  • Haben Sie es bereut, so wenig Zeit mit Ihren Kindern verbracht zu haben? – „HäH?“
  • Werfen Ihre Kinder Ihnen vor, dass Sie so wenig Zeit mit ihnen verbracht haben? – „Äh, nein?“ (Mir ist schon klar, dass diese drei Fragen nur Beispiele sind, die auf den jeweiligen Mann oder Frau individualisiert werden, aber im Unterschied zur ersten Frage sind die nicht „offen“, was die Qualität der möglichen Antworten reduziert…)
  • Wie kam Ihre Frau damit zurecht, dass sie in der öffentlichen Wahrnehmung zur Hausfrau degradiert wurde? – „Meine Frau findet die Medien furchtbar und möchte ab liebsten überhaupt nicht öffentlich wahrgenommen werden.“ oder „Meine Frau, das berühmte Supermodel/die tolle Sängerin/das Regiegenie? Ernsthaft jetzt?“ (Angenommen, ich wäre schwul – würde man das über meinen Mann fragen?)
  • Werden Sie es irgendwann einmal bereuen, keine Familie gehabt zu haben? – „Falls ja, werden meine Berühmtheit, mein verschmitzt-jugendliches Aussehen und mein angehäuftes Vermögen hoffentlich noch anhalten, so dass ich vllt. noch eine Frau im passenden Alter finde, um mit ihr eine Familie zu gründen, aber im Namen meiner pressescheuen Supermodelfrau und meiner nörgelnden Kinder möchte ich Ihnen sagen, dass Ihre Frage deren Gefühle verletzt.“ oder „Ähh, Sie wissen aber schon, dass ich schwul bin, keine feste Beziehung habe und als Single vllt. nicht unbedingt ein Kind adoptieren sollte?“ (Dass es bei dem Thema einen Unterschied macht, ob man das einen Mann fragt oder eine Frau, will ich gar nicht bestreiten, aber die Frage ist bei beiden doof. Überlegen Sie sich mal, liebe Leserschaft, wie es wohl wäre, wenn jemand gefragt würde – ob Mann oder Frau – „Bereuen Sie es, eine Familie zu haben?“ In 99% aller Fälle wäre das Interview vorbei, schätze ich. Und wenn die Interviewten auch noch schwul oder lesbisch wären…)
  • Haben Sie sich manchmal nach einer starken Schulter zum Anlehnen gesehnt? – „Eher nach einem Punchingball zum Draufhauen, aber meine Frau hat mir letzte Weihnachten einen geschenkt. Das ist jetzt nicht, wonach es vllt. klingt.“ oder „Nur weil ich schwul bin? Das fragen Sie nur weil ich schwul bin.“
  • Was halten Sie von kosmetischen Operationen? – „Ich kippe schon um, wenn ich mir in den Finger schneide. Um Got-Tes-Wil-Len wäre ich kein Chirurg geworden.“ (Mir ist schon klar, dass „bei mir selbst“ gemeint ist, aber dann muss man halt sorgfältiger formulieren…)
  • Fürchten Sie sich vor Konkurrenz durch junge, attraktive Kollegen? – „Ich könnte deren Vater spielen, also eher nein.“ (Sicher gibt es bei männlichen Schauspielern genauso viel Konkurrenzdruck wie bei weiblichen, aber wer würde zugeben, dass er oder sie ihn fürchtet?)
  • Sie arbeiten in einem fast ausschließlich weiblichen Umfeld. Ist das ein Problem für Sie? – „Jaaa, einige von denen meinen, dass ich bestimmte Rollen nur habe, weil meine Frau/mein Mann ein berühmtes Regiegenie ist, und ich mich ja nur hochgeschlafen hätte. Und die jungen, attraktiven, männlichen Kollegen sind dabei die schlimmsten!“ (Souverän die Existenz von Gerüchten bestätigen und gleichzeitig signalisieren, dass die nicht stimmen, indem man keine Angst zeigt, diese Gerüchte zu erwähnen…)
  • Macht es Sie wütend, dass die meisten weiblichen Kolleginnen doppelt so viel verdienen wie Sie? – „Die meisten meiner Kolleginnen und Kollegen verdienen viel weniger als ich. Wenn ich so wenig verdiente wie ein Durchschnittsschauspieler, würde niemand SIE bezahlen, dass Sie mich jetzt interviewen. Insofern nein, ich bin froh und dankbar.“ (Jennifer Lawrence verdient 24 Mio. Dollar im Jahr und ich nicht! Wäääääh!)
  • Was halten Sie von Diäten? – „Ja, viele Leute meinen, Abgeordnete bedienen sich bloß selbst, aber die haben ja auch eine große Verantwortung, insofern sind die derzeitigen Diäten wohl in Ordnung.“ (Wer doof fragt…)
  • Fühlen Sie sich in Ihrem Körper zu Hause? – „Eigentlich bin ich lieber in Sri Lanka.“ (…verdient’s nicht besser.)
  • Haben Sie einen Schuhtick? – „Sie sehen doch, dass ich mit einer eher schüchternen Sängerin/gutaussehenden männlichen Supermodel verheiratet bin und nicht mit Schuhen, oder?“ (Bei Frauen wäre wohl kein Fetisch gemeint, aber hey! Satire! Ironie! Sarkasmus!)
  • Verlassen Sie das Haus immer so gestylt, oder gehen Sie auch einmal ungeschminkt zum Bäcker? – „Schminke? Welche Schminke?“ (Maske? Welche Maske?)
  • Normalerweise sind Männer in Ihrem Alter mit den Enkelkindern zu Hause und genießen ihren Lebensabend. Sie sind aber immer noch aktiv – „Ja, theoretisch könnte ich schon Enkel haben, aber meine Kinder, naja, Sie wissen schon…“ oder „Ja, homosexuelle Menschen haben eher selten Kinder und daher auch seltener Enkelkinder. Da haben Sie wohl ein Problem mit, ja?“
  • Haben Sie das alles selber erlebt? – „Nein, da war ich auf Sri Lanka.“ (Doof: reloaded.)
  • Sie sind ein sehr starker Mann. Haben viele Frauen Angst vor Ihnen? – „Trotz allem, was man über ‚rape culture‘ hört und so, hoffe ich, dass nicht.“ (Aber ich wechsle die Straßenseite, wenn mir eine Frau entgegenkommt.) – „Die wissen doch, dass ich schwul bin, oder?“

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s