Frauenfilme 2: Alien

Als ich noch ein kleiner Junge war, war ich einmal allein zu haus und schaute Fernsehen. Es kam zuerst „Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn“, ein ganz niedlicher Monsterstreifen, und dann „Alien“. Die Beschreibung in der Fernsehzeitung war eigentlich eine ziemlich gute Zusammenfassung:

  • Raumfahrer entdecken merkwürdige Eier
  • dem erste Offizier Kane springt aus einem dieser Eier ein Monster ins gesicht
  • welches später durch seine Brust ins Freie springt (stimmt nicht ganz, es ist nicht dasselbe Monster und es war der Bauch
  • das (elegante, augenlose, insektenhafte) Monster dezimiert die Mannschaft
  • und es soll als biologische Waffe eingesetzt werden

Nein, Spoilerwarnungen sind auch was für Babys. Aber weil ich müde war, bin ich ohne Alien zu sehen ins Bett gegangen. (Die Idee spukte mir aber noch lange im Kopf herum, und ich brachte sie u.a. mit „Die ersten Menschen auf dem Mond“ von Wells in Zusammenhang, wo unheimliche Monster erwähnt werden, die die Seleniten in abgelegenen Höhlen noch auflauern. Ich muss mal Fanfiction schreiben.) Fairerweise muss ich sagen, dass ich den Film schon oft gesehen habe, ohne dass mir die Kenntnis der Details mir das Vergnügen nimmt.

Jedenfalls ist das ein Frauenfilm. Erstens, die Hauptperson ist eine Frau. Zweitens, Ripley hat zwar weniger Charakterentwicklung als Sarah Connor, dafür hat sie aber von Anfang an alles, was nötig ist – Mut, Intelligenz, technisches Verständnis. Und wenn man auf sie gehört hätte, wäre das Monster nicht an Bord gekommen. Drittens: „eine namen- und gesichtslose Gesellschaft nutzt ihre Mitglieder aus, um als Brutkästen für widerliche penetrierende Monster zu dienen“ ist eigentlich der Plan, der in diesem Film umgesetzt werden sollte, aber gleichzeitig eine Metapher auf „das“ Patriarchat. Kann das ein Zufall sein?

Trotzdem ist Ripley keine Ikone des Feminismus geworden.

Ach, und viertens, Bechdel-Test positiv: Ripley und Lambert reden über das Monster. (Jaaa, es wird von einem Mann dargestellt, aber es ist biologisch und grammatikalisch ein Neutrum, von daher passt das schon.)

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